Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Ad Limina Besuch

Den Papst kann man nicht in die Irre führen

Es ist zu erwarten, dass der Synodale Weg in Rom einen Dämpfer bekommt. Besser wäre ein Schlussstrich. Ein Kommentar.
Luftverschmutzung in Rom
Foto: Cecilia Fabiano (LaPresse via ZUMA Press) | Die deutschen Bischöfe fahren zum Ad Limina Besuch nach Rom, wo der Synodale Weg Thema sein wird.

Mit einem mulmigen Gefühl, irgendwo zwischen Hoffen und Bangen, wird nicht nur die Weltkirche nach Rom schauen - auch die deutschen Bischöfe dürften mit gemischten Gefühlen zum Ad Limina-Besuch fahren: Die einen hoffen, dass der Vatikan am deutsch-synodalen Kurs Geschmack findet, die anderen wünschen sich, dass Rom dem Synodalen Weg endgültig einen Riegel vorschiebt. Letzteres wäre wünschenswert, sonst droht eine Spaltung innerhalb der Kirche in Deutschland.

Mit Taschenspielertricks zur neuen Kirche

Glücklicherweise liegen die Synodenpapiere auch in Rom in mehreren Sprachen vor. Die Dikasterien sind über die Inhalte des Synodalen Weges informiert, der Papst auch. Die Laieninitiative „Neuer Anfang“ hat sogar in mehreren Sprachen die wichtigsten Zitate aus den Synodalpapieren veröffentlicht, die die ganze schräge Theologie des Synodalen Weges gezielt und unübersehbar offenlegen:

Macht wird gegen geistliche Vollmacht ausgespielt, Missbrauch instrumentalisiert, Lehraussagen uminterpretiert bis verbogen, Heilige ignoriert, Synodalität vorgegaukelt, der göttliche Schöpferwille mit einer ideologischen Agenda gleichgesetzt, Verführung in Harmlosigkeit gekleidet, Versklavung als Freiheit verkauft und die den Menschen entwürdigende Unmenschlichkeit als wertvolle Humanität angepriesen. Und zwar auf die politische Manier: Statt Argumenten und fundierter Theologie (und Exegese), schmeichelt man mit rhetorischen Tricks so manchem Ohr - vermutlich besonders jenem, das mit theologischem und katechetischem Inhalt selten in Berührung gekommen ist.

Communio steht auf dem Spiel

Den Papst kann man nicht so leicht in die Irre führen. Er hat mehrfach Kritik geäußert und die Deutschen ermahnt - sehr wohl wissend, dass die Communio auf dem Spiel steht. Aber Bätzing und Kollegen haben alle Mahnungen und Kritiken in den Wind geschlagen. Sie scheinen einen Riss in der deutsch-katholischen Landschaft in Kauf nehmen zu wollen. Hauptsache, sie können an ihrem babylonischen Turm weiterbauen und ihre Wunschkirche Wirklichkeit werden lassen.

Lesen Sie auch:

Man kann nur hoffen, dass dem Papst nun der Kragen platzt und auch diejenigen Bischöfe, die aufgrund des enormen Drucks, der persönlichen Angriffe und der Manipulationen auf dem Synodalen Weg lieber in Deckung gegangen sind, von Mut übermannt werden und Klartext reden.

Es braucht Klartext vor laufenden Kameras

Dieser Klartext muss öffentlich gesprochen werden, vor laufenden Kameras. Damit bei ein und demselben päpstlichen Wort am Ende nicht wieder der eine von Ermutigung und der andere von Ermahnung sprechen kann.  


Synodale Zitate
Foto: Neuer Anfang | Die Laieninitiative "Neuer Anfang" hat die Synodaltexte ausgewertet und aussagekräftige Zitate ausgewählt.

Lesen Sie hier im Dossier "Synodale Zitate" die aufbereiteten Texte der Initiative "Neuer Anfang" zum "Synodalen Weg".

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Dorothea Schmidt Bischof Deutsche Bischofskonferenz Papst Franziskus Päpste Synodale Zitate Synodaler Weg Weltkirche

Weitere Artikel

Nur eine geeinte Kirche kann ein „Licht“ für die Völker sein. Auf der Suche nach der verlorenen Einheit hat der Papst mit den Kardinälen angefangen. Und vor den Diplomaten spricht er Tacheles.
09.01.2026, 11 Uhr
Guido Horst
Die Ernennung des Erzbischofs von San Francisco, Salvatore Cordileone, zum Mitglied der Apostolischen Signatur hat manchen erstaunt. Doch was ist diese Vatikanbehörde überhaupt?
06.08.2026, 12 Uhr
Guido Horst

Kirche

Der DBK-Vorsitzende spricht sich für mehr Zuhören zwischen den Ortskirchen aus. Synodalität bedeute, den Weg als Weltkirche gemeinsam zu gehen.
15.09.2026, 14 Uhr
Meldung
E-Bike oder Hometrainer? Selbst zu strampeln, ist anstrengend, aber man kann auf die eigene Leistung stolz sein. Ist das religiös übertragbar?
15.09.2026, 07 Uhr
Alexander Ertl
Leos zweiter Geburtstag im neuen Amt ist Anlass, darüber nachzudenken, was der Papst in der ersten Phase seines Pontifikats anders macht als sein Vorgänger. So ziemlich alles.
14.09.2026, 08 Uhr
Guido Horst
Die unbegrenzte Vergebungsbereitschaft, die Jesus von seinen Jüngern einfordert, besagt nicht, dass die Sünde nicht so schlimm ist. Entscheidend ist Bekenntnis und Bitte des Schuldners.
12.09.2026, 21 Uhr
Ludger Schwienhorst-Schönberger