Köln

Das Erzbistum Köln steht vor der radikalsten Reform seiner Geschichte

Erzbischof Rainer Kardinal Woelki möchte bis 2030 50 bis 60 Großpfarreien gründen. Ein besonderes Augenmerk legt das Erzbistum auf die Forderungen des Vatikans bei der Rolle des Pfarrers und der Neuordnungen von Pfarreien.
Kardinal Woelki
Foto: Federico Gambarini (do) | Ein besonderes Augenmerk legt Kardinal Woelki auf die Forderungen des Vatikans bei der Rolle des Pfarrers und der Neuordnungen von Pfarreien.

Das Erzbistum Köln möchte die Zahl der Pfarreien bis 2030 auf 50 bis 60 reduzieren. Damit steht das größte deutsche Bistum vor der größten Strukturreform seit seiner Wiederbegründung. Am Samstag hat sich der von Kardinal Rainer Maria Woelki eingesetzte Diözesanpastoralrat für einen großangelegten Fusionsprozess ausgesprochen. Demnach sollen die 180 Seelsorgebereiche und rund 500 Pfarreien zu Großpfarreien zusammengeführt werden. Die Pfarreileitung soll gemäß der jüngsten Instruktion der Kleruskongregation allein dem Pfarrer zukommen, wobei ehrenamtliche Laien in der Moderation als „Teams von Verantwortlichen“ für das kirchliche Leben in den Gemeinden eine größere Verantwortung erhalten sollen.

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Daher will das Erzbistum künftig zwischen „Gemeinde“ und „Pfarrei“ unterscheiden. „Gemeinden“ gelten dabei als Kirchorte, die auch aus Altenheimen oder Jugendkirchen bestehen können und unter dem „Dach“ der Pfarrei in einer Hand zusammengeführt werden, womit die sakramentale Seelsorge garantiert werden soll.

"Pastoraler Zukunftsweg" bereitet seit 2015 Reform vor

Generalvikar Markus Hofmann schloss darüber hinaus nicht aus, dass das Erzbistum künftig auch nicht mehr benötigte Kirchen aufgeben werde. Aufgrund der sinkender Priester- und Mitgliederzahlen hatte Kardinal Woelki unter dem Namen „Pastoraler Zukunftsweg“ einen Reformprozess initiiert, um das mit 1,9 Millionen Katholiken mitgliederstärkste deutsche Bistum zukunftsfest zu machen.

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Bereits in den vergangenen Jahren haben sich andere deutsche Bistümer mit Reformprozessen beschäftigt. Das Bistum Trier wollte ähnlich wie in Köln 35 Großpfarreien errichten, wurde jedoch aufgrund der unklaren Leitungsstrukturen der neuen Pfarreien und der Größe der Einheiten vom Heiligen Stuhl beanstandet. Nach Beschwerden von Priestern und Katholiken bestimmte die Kleruskongregation, die Zusammenlegung auszusetzen.

Auch durch eine kürzlich von der Kleruskongregation vorgelegte Instruktion über die Rolle des Pfarrers und die Fusion von Pfarreien setzt der Vatikan Reformen 'am grünen Tisch' enge Grenzen. Das Erzbistum Köln möchte daher die neuen Grenzziehungen der Pfarreien in enger Rücksprache mit den Pfarrern und örtlichen Gremien festlegen. Zudem habe sich die Erzdiözese bereits mit Stellen im Vatikan über ihre Pläne ausgetauscht, erklärte Generalvikar Hofmann. (DT/ska)

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