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Aymans gegen Änderungen des Kirchenrechts wegen Pfarreireform

Der Münchner Kirchenrechtler weist die Kritik der deutschen Bischöfe an der römischen Instruktion zu Pfarreireformen in der "Tagespost" zurück. Dabei kritisiert er eine "schlagwortartige" Debattenführung und macht einen Vorschlag, der aufhorchen lässt.
Presbyterat - Priesterweihe
Foto: imago stock&people (imago stock&people)

Der Münchner Kirchenrechtler Winfried Aymans spricht sich gegen Änderungen im Kirchenrecht bezüglich der Pfarreireform aus. Mit Blick auf die Instruktion der römischen Kleruskongregation, die in Deutschland auf deutlichen bischöflichen Widerspruch gestoßen war fordert Aymans, „die wahren Ursachen des Priestermangels“  aufzudecken und zu analysieren. Dazu gehörten gesellschaftliche ebenso innerkirchliche Entwicklungen. Aymans zufolge gehören die Zunahme einer allgemeinen Säkularisierung, die Sexualisierung der öffentlichen Atmosphäre und schließlich die radikale Abnahme der Kinderzahl dazu.

Gegen Kampfbegriff des Klerikalismus

Auch die Aufdeckung der Vorgänge um vielfältigen sexuellen Missbrauch durch Kirchenleute sei „gewiss keine Werbung für geistliche Berufungen“ gewesen. Mit Nachdruck wendet sich Aymans gegen das „schlagwortartig in die Debatte geworfene Verlangen, den Klerikalismus zu überwinden“, das abschreckend auf junge Männer wirken müsse. „Dabei ist dieser Kampfbegriff völlig ungeklärt“, so der emeritierte Lehrstuhlinhaber der Münchner Universität. In seiner schlimmsten Form richte er sich gegen jegliches Weiheamt.

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Aymans hebt die Sendung der Laien hervor: „Die Laien sind nicht die passiv von den Klerikern geistlich Versorgten. Vielmehr sind sie aufgerufen, zusammen mit den geweihten Amtsträgern die Sendung der Kirche mitzutragen.“ Wo Priestermangel herrsche weise das geltende Kirchenrecht hierfür den Weg. Wenn mehrere Pfarreien zusammengefasst werden müssten, so müsse dies so geschehen, dass ein bestimmter Priester dem Bischof gegenüber verantwortlich sei. Mit Rücksicht auf die gewachsenen Strukturen der traditionellen Pfarreien plädiert Aymans dafür, Laien als Moderatoren einzusetzen: In jeder Pfarrei solle ein Diakon oder ein Laien (Mann oder Frau das kirchlich-gesellschaftliche Leben nach Weisung des Pfarrers organisieren und in Verantwortung gegenüber diesem moderieren.

Winfried Aymans rückt die Kritik der deutschen Bischöfe an der "Pfarreiinstruktion" der Kleruskongregation zurecht. Doch was ist zu den Argumenten der deutschen Bischöfe zu sagen, was zur Lösung der pastoralen Probleme? Mehr lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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Regina Einig Kirchenrechtler Klerikalismus

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