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Chancen und Grenzen einer Konferenz im Stream 

Die WENIGER im Stream hat positiv überrascht. Chancen und Grenzen des Videoformats wurden sichtbar. Hoffnung auf eine MEHR 2023 in Präsenz.  
Lobpreis bei der WENIGER 2022 in Augsburg.
Foto: Gebetshaus Augsburg | Authentizität und geistliche Tiefe im Video: Lobpreis bei der WENIGER 2022 in Augsburg.

Die Enttäuschung war mit den Händen greifbar. Schon bei der ersten Reduzierungsrunde der WENIGER-Konferenz von 2000 auf 900 Teilnehmer zeigte sich Johannes Hartl im Video traurig über die Reduzierung, aber zuversichtlich, dass man das Format gerettet hatte. Der komplette Ausfall der Konferenz im Präsenzformat, der dann nur zwei Tage später erfolgte, war eine Folge unzuverlässiger Infektionsschutzpolitik und politischer Kommunikation. Die bayerische Staatsregierung hatte im Dezember Regeln erlassen und sie mit einem Gültigkeitsstempel bis 12. Januar versehen. Damit hätte es Planungssicherheit gegeben.

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Doch das Gebetshaus in Augsburg musste wie viele andere in diesen Tagen die Erfahrung machen, dass heute nicht mehr gilt, was gestern für morgen verkündet worden war. Das Team des Gebetshauses zeigte daraufhin, welch ein beachtliches Ausmaß an Durchhaltewillen im Gebetshaus Augsburg herrscht. Eine Veranstaltung unter dem Motto „The Holy Presence“ rein virtuell laufen zu lassen, zeugt von sehr viel Mut.  

Dabei zeigten sich aber im Laufe der Veranstaltung die Grenzen des Formats. Vorträge über YouTube funktionieren hervorragend. Beim Lobpreis zeigt sich, dass die Musik von Veronika Lohmer, Joy und Markus Fackler, im Video zwar von ihrer Schönheit und geistlichen Tiefe nichts einbüßt, aber nicht die Wirkung eines Lobpreis im RL erzielt. Bei den angebotenen Übungen fehlte die Interaktion zwischen Übungsleiter und den Übenden. Vor der Übung, in der sich die Teilnehmer ihrem inneren Kind annähern sollten, bat Margarita Seiwald schon fast eindringlich, die Übung vielleicht besser gar nicht mitzumachen. Die unbegleitete Begegnung mit dem inneren Kind kann in der Tat recht unangenehm sein. 

Doch auch wenn man die Grenzen des Formats erkennen konnte, muss man anerkennen, dass die Mannschaft des Gebetshauses in Augsburg es verstanden hat, innerhalb dieser Grenzen den Erwartungsrahmen der Teilnehmer an den zwei Tagen weit zu überschreiten. Technische Perfektion war dabei nur die äußere Seite. Im erfolgten Ausmaß Authentizität und geistliche Tiefe im Video übermittelt zu haben, verlangt höchsten Respekt. Der erhöhten Anstrengung eines Videoformats wurde mit hinreichend Pausen Rechnung getragen. Bei aller Hoffnung auf eine MEHR 2023 in Präsenz, darf man sagen, inhaltlich und qualitativ war die WENIGER brillant. 

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die WENIGER- Konferenz in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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Peter Winnemöller Gebetshaus Augsburg Johannes Hartl Konferenz

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