Bischof Feige will Frauenordination nicht kategorisch ausschließen

Die Möglichkeit, Frauen zu Priestern zu weihen, sei derzeit aufgrund der zu erwartenden Spannungen noch unwahrscheinlich, werde aber kommen, so der Magdeburger Bischof.
Feige schließt Priesterweihe von Frauen nicht aus
Foto: Jens Wolf (dpa-Zentralbild) | Die freiwillige Verpflichtung zur Ehelosigkeit könne für manchen Priester "im Laufe des Lebens belastend werden", räumte Bischof Feige ein.

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hält die Frage einer Priesterweihe von Frauen für weiterhin offen. "Dies rigoros abzulehnen und lediglich mit der Tradition zu argumentieren, überzeugt nicht mehr", sagte Feige am Dienstag im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA. Zugleich betonte er, momentan halte er die Möglichkeit, Frauen zu Priestern zu weihen, noch für unwahrscheinlich, da dies von zahlreichen Katholiken nicht mitgetragen und die Einheit der Kirche daran zerbrechen würde. "Andererseits aber wird dies kommen", setzte Feige hinzu. "Vor einiger Zeit hätte ich das so noch nicht denken können."

Lehre der Kirche nicht zu bewahren, ohne ihre Entwicklung zuzulassen

Unter Berufung auf Papst Franziskus erklärte der Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, die Lehre der Kirche sei nicht zu bewahren, ohne ihre Entwicklung zuzulassen. Im Laufe der zwei Jahrtausende habe sich vieles nicht nur in Kleinigkeiten verändert. "Könnte der Geist Gottes uns nicht auch heute zu neuen Erkenntnissen und Entscheidungen führen?", fragte Feige.

Der Magdeburger Bischof äußerte sich auch zum Zölibat. Die freiwillige Verpflichtung zur Ehelosigkeit könne für manchen Priester "im Laufe des Lebens belastend werden", räumte er ein. Der Zölibat sei aber "nicht göttlichen Rechts", betonte Feige. Darum seien verheiratete Priester "durchaus denkbar, und es gibt sie ja auch - nicht weniger würdig und sakramental - in den katholischen Ostkirchen". Die Frage sei nur, wie darüber in der römisch-katholischen Weltkirche eine Entscheidung zustande komme.

Feige spricht sich für verändertes priesterliches Profil aus

Feige sprach sich zudem für ein verändertes priesterliches Profil aus. Es müsse stärker "in den Blick kommen, was für Priester wir überhaupt brauchen und wie deren Berufung in geeigneter Weise gefördert werden kann". Auf jeden Fall sollten sie "weniger archaisch-bürgerlich als dynamisch-alternativ sein".

Gerade in Sachsen-Anhalt, wo mehr als 80 Prozent der Bevölkerung keiner Konfession angehören, sei es wichtig, neue Wege zu suchen, um weiterhin "lebensfähig und lebendig" zu sein, so Feige mit Blick auf die Lage in seiner Diözese. "Hier begegnen uns Menschen, die - nicht christlich sozialisiert - vielleicht noch keine enttäuschenden Erfahrungen mit Kirche gemacht haben und eher unvoreingenommen sind. In einer solchen säkularen Gesellschaft bemühen wir uns, niemanden von oben herab zu belehren oder zu disziplinieren, sondern wirklich zu dienen."

DT/KAP/KNA

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