Vatikanstadt

Papstbiograf Peter Seewald nennt Benedikts Abdankung richtig und vorausschauend 

Benedikt XVI. gab  der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ ein Interview zum Jahrestag seines Rücktritts . Darin bestätigte der Papst erneut die Freiwilligkeit seines Rücktritts.
Peter Seewald und Benedikt XVI.
Foto: Bistum Passau | Erneut betonte der emeritierte Papst im Interview, dass es keine zwei Päpste gebe und der freiwillig zurückgetreten sei. Peter Seewald bezeichnet den Schritt als richtig und vorausschauend. Im Bild: Papst Benedikt XVI.

Ich denke, mit seinem Interview will er die irren Spekulationen über die Gründe für seinen Rücktritt, die ja noch immer wuchern, und das Gerede von den zwei Päpsten, endlich stoppen.“, sagt der Papstbiograf Peter Seewald gegenüber der Tagespost.

 

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„Es gibt nur einen Papst! Was sonst. Und wie richtig und vorausschauend seine Abdankung war, können wir jetzt gut erkennen“, fährt der Journalist fort. Es gab zahlreiche Spekulationen, ob Zwang von außen, Vatileaks, Williamson oder die Machenschaften von Homosexuellennetzwerken zum Papstrücktritt geführt hätten. Dem hatte Papst Benedikt stets widersprochen.

Eine Überraschung

Der emeritierte Benedikt XVI. sei immer noch für eine Überraschung gut, betont Peter Seewald der Tagespost gegenüber. Man dürfe ihn nie abschreiben. Zwar könne der Emeritus nur mit großer Mühe sprechen, aber er habe die schwere Krankheit vom letzten Jahr fast ganz überwunden. Sein Statement, so Seewald, zeige seine Nähe zu seinem Nachfolger, den er im Gebet begleite. 

Benedikt XVI.: „Es gibt keine zwei Päpste“

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Im Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della sera" hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt vor acht Jahren erneut verteidigt. Die Amtszeit des Emeritus endete am 28. Februar 2013, wie er erneut betonte, ganz und gar freiwillig und in Folge reiflicher Überlegung. „Es war eine schwierige Entscheidung“, betont der emeritierte Papst im Interview, „aber ich habe sie nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, und ich glaube, ich habe es gut gemacht.“ Einige seiner etwas „fanatischen Freunde“ seien immer noch verärgert, so der Emeritus weiter, sie wollten seine Wahl nicht akzeptieren. Papst Benedikt wies in dem Zusammenhang die Verschwörungstheorien zurück, die auf seinen Rücktritt folgten. 

Keine zwei Päpste

Erneut erklärt der Emeritus, dass es keine zwei Päpste gebe. Er kritisiert „die Feindseligkeit gegenüber Franziskus“ in konservativen Kreisen. Aus diesem Grund wiederholt er, dass "der Papst eins ist". Dabei, so beschreibt der "Corriere della sera", schlägt er schwach die Handfläche auf die Armlehne, als wolle er den Worten die Kraft einer endgültigen Aussage geben.

Ein schwerer Besuch

Mit Sorge schaue er, so Benedikt XVI. auf die Reise von Franziskus in den Irak. Er glaube, es sei eine sehr wichtige Reise. Leider falle sie in einen sehr schwierigen Moment, der sie auch zu einer gefährlichen Reise mache, betont der Emeritus. Er ergänzt: „Ich werde Franziskus mit meinem Gebet begleiten.“ DT/pwi

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