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Missbrauch: Soll ein Kesseltreiben inszeniert werden?

Die Vorwürfe gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sind sachlich so nicht begründbar, trotz aller Fehler im Umgang mit Betroffenen, die in Köln unterlaufen sind.
Kardinal Rainer Maria Woelki
Foto: Marcel Kusch (dpa) | Kardinal Rainer Maria Woelki ist bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs vorgeprescht. Nun muss er seine Anfängerfehler büßen.

Es war Top-Thema in den „Tagesthemen“ der ARD. Fast eine Viertelstunde zu den Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfen in Köln und der Vollversammlung der Bischofskonferenz, mit Reportage, Interview und Kommentar. Das hat es lange nicht gegeben.

Woelki will aufklären

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Auch das ist ein Anzeichen, dass Christian Geyer (FAZ, „Der Woelki-Code“) oder Bundesrichter a.D. Thomas Fischer nicht falsch liegen, wenn sie eine Kampagne gegen den Kölner Erzbischof wittern. Für sie avanciert der Kardinal zu einer wenig faktenbasierten Projektionsfläche für eine Generalabrechnung.

Denn das Kesseltreiben gegen Woelki ist sachlich so nicht begründbar, trotz aller fatalen Fehler im Umgang mit Betroffenen, die in Köln unterlaufen sind. Der Kölner Kardinal will aufklären und wird sogar Namen nennen. Weit eindeutiger positioniert er damit die katholische Kirche vor sämtlichen anderen gesellschaftlichen Institutionen, die alle das Phänomen des sexuellen Missbrauchs kennen.

Andere Bischöfe haben es medial leichter

Andere Bischöfe haben es medial leichter trotz aller gravierenden Vorwürfe, die ihnen gemacht werden können. Rhetorisch und programmatisch schmiegsam angelehnt an einen ausgemachten Mainstream, mit „Homo-Segnung“ gegen die „heteronormative“ Stereotype und mit dem Frauendiakonat gegen die „patriarchale“ Genetik der römischen Kirche. Doch indem sie gleichzeitig am Kesseltreiben gegen ihren Kölner Mitbruder mitwirken, begnügen sie sich an denkbar kurzen Armen den Appetit eines hungernden Löwen stillen zu wollen. Ob ihre „Strategie“ aufgeht ist dabei mehr als zweifelhaft; ob sie angemessen ist, jedoch viel mehr.

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