WIEN

Gottvertrauen trotz Pandemie und Lockdown

Österreichs Bischöfe beginnen das neue Jahr 2021 mit einer Gebets-Novene. Bis 17. Januar gibt es nur mehr Gottesdienste im kleinsten Kreis, aber keine „Geister-Messen“ ohne Gläubige.
Stephansdom in Wien
Foto: Anton Eine via www.imago-images. (http://www.imago-images.de/) | Österreichs Bischöfe wollen ausdrücklich mit Gott-Vertrauen das neue Jahr beginnen und rufen zu eine Novene auf. Im Bild: Der Stephansdom in Wien

Trotz Corona-Pandemie und staatlich verordnetem Lockdown wollen Österreichs Bischöfe ausdrücklich „mit Gott-Vertrauen das neue Jahr beginnen“. Unter diesem Leitwort laden sie zu einer Gebets-Novene ab dem Neujahrstag ein. Angesichts von „Ohnmacht und Nervosität, Unsicherheit und Fragen“, aber auch angesichts „der Pandemie, die immer noch nicht besiegt ist“, wenden sich die Gläubigen in den von der Bischofskonferenz empfohlenen Texten bittend und vertrauend an Gott. „Von dir und nicht von einem blinden Schicksal wird unser Leben geleitet“, heißt es in dem Gebetstext.

Wege der Versöhnung

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Ausdrücklich ist darin auch von der Versuchung die Rede, „Schuldige zu benennen und uns auf das Versagen von Menschen und Institutionen zu fixieren“. Stattdessen gelte es „Wege der Versöhnung zu gehen, bereit zu einer Umkehr des Herzens – im Denken, Reden und Tun“. Gebetet wird hier auch für „alle, die von Bitterkeit und Enttäuschung erfüllt sind“, sowie für alle Kranken und Leidenden.

Dankbar für das Leben, bittend um Ausdauer und Trost

Neben dem Bittgebet kommt aber auch die Dankbarkeit zum Tragen: „für alles, was uns geschenkt ist“, für das „Leben in seiner Schönheit und Zerbrechlichkeit“. Der Gott des Friedens, der Vergebung, des Lebens und der Liebe wird in diesem neuntägigen Gebet angerufen um die Gnade der „Ausdauer im Guten, Trost in der Bedrängnis und Geduld in den Herausforderungen dieser schwierigen Zeit“. Für jeden der neun Tage, beginnend mit dem Neujahrstag, wird in der Novene eine Bibelstelle und ein kurzer Gedanke zur Meditation angeboten.

Dritter Lockdown

Obwohl Österreich bereits am 26. Dezember in den dritten Lockdown ging, konnten die Gottesdienste am zweiten Weihnachtsfeiertag und am Sonntag noch ohne Teilnehmerbegrenzungen gefeiert werden. Ab dem heutigen Montag sind bis 17. Januar nur mehr Gottesdienste im kleinen Kreis (mit maximal zehn Gläubigen) möglich. Sogenannte „Geister-Messen“ ohne Gläubige und einzig über Livestream soll es nicht geben. Für Begräbnisse und die damit verbundenen Gottesdienste sind 50 Teilnehmer erlaubt. Die Kirchen bleiben für das persönliche Gebet tagsüber geöffnet. DT/sba

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