Würzburg

Gerl-Falkovitz würdigt Edith Stein

Edith Stein habe versucht, das Große einfach zu sagen, schreibt die Ratzinger-Preisträgerin Gerl-Falkovitz. Das Geheimnis des eucharistischen Brotes gewinne Leben in ihr selbst.
Edith Stein habe versucht, das Große einfach zu sagen
Foto: epa ansa Claudio Onorati (ANSA) | Gerl-Falkovitz bezieht sich in ihrem Essay unter anderem auf den Aufsatz „Das Weihnachtsgeheimnis“ von 1931. Darin skizziere Edith Stein den „unerschöpflichen sachlichen Zusammenhang von Eucharistie und Menschwerdung“.

Die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz würdigt in einem Beitrag für die Beilage „welt&kirche“ der kommenden Ausgabe der Tagespost die Schriften der heiligen Edith Stein über die Eucharistie. So formulierte Edith Stein, die 1922 zum katholischen Glauben konvertierte und 1942 in Auschwitz ermordet wurde, Gerl-Falkovitz zufolge „nicht Glaubenssätze, die durch Ungewöhnlichkeit haften blieben; sie versucht vielmehr, das Große einfach zu sagen“. Das Geheimnis des eucharistischen Brotes gewinne Leben in ihr selbst.

Jesu Opfer im "Angelpunkt der Weltgeschichte"

Gerl-Falkovitz bezieht sich in ihrem Essay unter anderem auf den Aufsatz „Das Weihnachtsgeheimnis“ von 1931. Darin skizziere Edith Stein den „unerschöpflichen sachlichen Zusammenhang von Eucharistie und Menschwerdung“, das „unteilbare Ganze“ der Geburt Jesu und seines letzten Abends vor der Verhaftung. Ohne die Befangenheit heutigen Misstrauens gegen Sühne oder die Stellvertretung des einen für alle, stehe ihr im „Angelpunkt der Weltgeschichte“ Jesu Opfer, das er schon vor seiner Kreuzigung im Abendmahl vorweggenommen habe: in der Eucharistie.

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Der eucharistische Heiland, so schreibt Gerl-Falkovitz, „ist der gekreuzigte Heiland, das Sakrament des Leidens ist das Sakrament der Liebe“. Christus überbrücke auf diese Weise die Jahrtausende des Abstandes zwischen seinem geschichtlichen Leben und allen später Lebenden. „In der Eucharistie schwindet die trennende Zeit, die Gegenwart des Nie-Vergangenen öffnet sich, weder Gott noch Mensch sind sich entzogen.“ Dadurch entstehe die persönliche Nähe zwischen dem Glaubenden und dem Herrn, die tägliche „Menschwerdung des Wortes“.

Für die heilige Edith Stein sei die „persönliche Aneignung“ die individuelle Aufgabe gewesen, die „Früchte seiner Tat persönlich“ zuzuführen“. So müsse auch das Ziel der gottesdienstlichen Dramaturgie lauten. „Dein Leib durchdringt geheimnisvoll den meinen.“ Die Sättigung des irdischen Leibes mit der Eucharistie, so Gerl-Falkovitz, führe zum „Wachsen in den mystischen Leib“, was wiederum bedeute: „gleichzeitig Kleinwerden und Großwerden – klein im Blick auf das Eigene, das immer irdisch Begrenzte, groß im Blick auf Ihn, den immer göttlich Grenzsprengenden“.  DT/mlu

Lesen Sie den gesamten Essay der Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz über die heilige Edith Stein und ihre Gedanken zur Eucharistie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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