Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Synodaler Weg

Dänischer Bischof Kozon: Hier wird an der Lehre der Kirche gerüttelt

Die letzte Synodalversammlung habe seine Skepsis verstärkt, so der Vorsitzende der Nordischen Bischofskonferenz. Der Synodale Weg fokussiere sich zu wenig auf Neuevangelisierung.
Bischof Czeslaw Kozon, Bischof von Kopenhagen
Foto: Julia Steinbrecht (KNA) | Warnt vor Frustration und Enttäuschung aufseiten der Befürworter radikaler Reformen, falls deren Forderungen in Rom kein Gehör finden sollten: Czeslaw Kozon, Bischof von Kopenhagen.

Der Vorsitzende der Nordischen Bischofskonferenz, der Kopenhagener Bischof Czeslaw Kozon, hat sich kritisch zur dritten Vollversammlung des Synodalen Wegs und den dort gefassten Reform-Beschlüssen geäußert. Von Anfang an habe er den Synodalen Weg mit Skepsis verfolgt, so Bischof Kozon im Gespräch mit dem katholischen Radiosender „Radio Horeb“. Diese Skepsis habe sich nach der letzten Synodalversammlung noch verstärkt.

Keine Erneuerung im Sinne von Papst Franziskus

Den jüngsten Entwicklungen nach zu urteilen sehe er „keine Erneuerung im Sinne von Papst Franziskus“, erklärte Kozon. „Wir sind hier wirklich an einem Punkt angelangt, wo man an der Lehre der Kirche rüttelt“. Dennoch sei er noch zuversichtlich, „dass es zu keiner Spaltung kommt“. Gleichzeitig warnte Kozon vor Frustration und Enttäuschung aufseiten der Befürworter radikaler Reformen, falls deren Forderungen in Rom kein Gehör finden sollten. Diese Enttäuschung, befürchtete der Kopenhagener Bischof, könne sich dann in weiteren Kirchenaustritten zeigen. 

Lesen Sie auch:

Hinsichtlich der Forderung des Synodalen Wegs, eine Neubewertung der Homosexualität vorzunehmen und gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen zu spenden, meinte der dänische Bischof, der den Synodalen Weg nach eigenen Angaben online verfolgt, man könne durchaus von einem „Paradigmenwechsel“ sprechen. Grundsätzlich gelte, „dass sich homosexuelle Menschen in der Kirche willkommen fühlen müssen“. Was ihnen früher an Unrecht und Ausgrenzung widerfahren sei, müsse wiedergutgemacht werden, betonte Kozon, „aber nicht durch Gleichberechtigung von Ehe und homosexuellen Partnerschaften, auch nicht mit Segnungsfeiern“.

Kozon fordert "Verstärkung des Glaubenslebens"

Aus seiner Sicht gebe es keine theologische Grundlage für diese Forderung, so der Kopenhagener Bischof. „Ehe und was damit verbunden ist, das intime Leben, ist ja wirklich schon von der Schöpfungsordnung her für Mann und Frau bestimmt. Und deswegen kann es da keine Lockerung geben.“ Kozon nannte auch die vom polnischen Papst Johannes Paul II. entwickelte „Theologie des Leibes“: Diese sei ein Beispiel dafür, „dass in der Kirche keine Leib-Feindlichkeit besteht, dass Sexualität als etwas Positives bewertet wird, aber eben als etwas, das auch richtig eingeordnet werden muss“. Dies könne nur in der klassisch definierten Ehe zwischen Mann und Frau geschehen.

Nach Ansicht des dänischen Geistlichen brauche es jetzt eine „Verstärkung des Glaubenslebens“. Der Synodale Weg, kritisiert er, würde den Fokus jedoch zu wenig auf Evangelisierung und Verkündigung legen. Nicht erst seit der Missbrauchskrise sei es um das Glaubensleben sowie um Berufung schlecht bestellt gewesen. Die Kirche dürfe sich nicht von der Welt abgrenzen, sondern müsse diese als „ein Missionsfeld“ ansehen, „wovor man keine Angst hat“.  DT/mlu

Lesen Sie eine ausführliche Reportage zur dritten Synodalversammlung in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Deutsche Bischofskonferenz Johannes Paul II. Neuevangelisierung Papst Franziskus Päpste Radio Horeb Synodaler Weg

Weitere Artikel

Der Unternehmer Peter Löw legt eine verdichtete Fassung der vier Evangelien als Beitrag zur Neuevangelisierung in einer säkularen Zeit vor.
13.04.2026, 13 Uhr
Barbara Stühlmeyer
Der neue Eichstätter Bischof äußert sich zurückhaltend zum Pflichtzölibat, und wehrt sich gegen Flügelkämpfe. Sein Abstimmen beim Synodalen Weg dürfte für Diskussionen sorgen.
13.07.2026, 15 Uhr
Dorothea Schmidt

Kirche

Vier Tage nach seiner Operation wird Leo XIV. wieder aus der Klinik entlassen. Und tritt am Sonntag beim Angelus in Erscheinung. Für die Lateinamerika-Reise geben Ärzte grünes Licht.
19.10.2026, 08 Uhr
Sabine Kleyboldt
Zehn Jahre „Amoris laetitia“: Der DBK-Vorsitzende lobt die „hohe Kunst des Zuhörens“ beim Treffen in Rom und nimmt die Erkenntnis mit, dass sich die Kirche weiterentwickelt.
16.10.2026, 11 Uhr
Meldung
Prüfstein für die Strukturreformen im Bistum Eichstätt: In der Oberpfälzer Stadt entsteht ein neuer Pastoralraum.
19.10.2026, 13 Uhr
Henry C. Brinker
Spricht sich Jesus gegen die Steuer für den Kaiser aus, droht ihm die Todesstrafe. Noch heute gewichtet die Kirche politische und gesellschaftliche Fragen oft zu hoch.
17.10.2026, 21 Uhr
Lothar Wehr