Synodaler Weg

Bischof Meier mahnt: Vergessen wir die Weltkirche nicht!

Der Bischof von Augsburg zieht eine kritische Zwischenbilanz des Synodalen Wegs. Auch die Weltkirche müsse man im Blick behalten.
Bischof Bertram Meier zieht ein kritisches Fazit zum synodalen Weg
Foto: Bernd Müller pba | Bischof Bertram Meier zieht ein kritisches Fazit zum synodalen Weg.

Augsburgs Diözesanbischof Bertram Meier hätte sich nach eigener Aussage von der dritten Synodalversammlung in Frankfurt, die am Samstag zu Ende ging, „mehr Differenzierung“ in den Beschlüssen und Voten gewünscht. Das Projekt des Synodalen Weges berge „durchaus Risiken“, sagte der Augsburger Oberhirte auf einer kurzfristig am Montag anberaumten Pressekonferenz.

Zwar sei die Atmosphäre der dritten Synodalversammlung freundlich und weitgehend respektvoll gewesen. „Doch ich meinte zu spüren, dass im Untergrund der Versammlung unterschiedliche Kirchenwelten aufeinanderprallen“, so Bischof Meier. „Während die einen das System Kirche so schnell und so grundlegend wie möglich transformieren wollen, betonen andere mehr den geistlich-pastoralen Aspekt der Erneuerung.“

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Bischof Meier bleibt skeptisch

Dass es auch um strukturelle Veränderungen gehen müsse, sei klar, so Meier. "Doch mir ist wichtig, gut zu unterscheiden, gerade wenn es um Glaube und Moral geht: Was ist Kern und was ist Schale christlicher Existenz? Was ist unveräußerliche Basis, an der zu rütteln tabu ist? Wo muss und darf sich die Lehre weiterentwickeln, um dem Geist Jesu Rechnung zu tragen?" Bei den Beschlüssen und Voten hätte er sich dementsprechend "noch mehr Differenzierung gewünscht", betonte der Bischof von Augsburg.

Zugleich mahnte er an, das eigene Kirchenverständnis immer wieder mit demjenigen der Weltkirche in Übereinstimmung zu halten: „Vergessen wir die Weltkirche nicht! Nehmen wir auch die ökumenischen Faktoren und Befindlichkeiten, besonders zu den Ostkirchen, ernst!“ Ebenso meldete Bischof Meier Zweifel an, dass sich die in Frankfurt gefassten Beschlüsse schnell umsetzen ließen: „Wechselseitige Abstimmung über nächste Schritte sowie die Einbindung des Heiligen Stuhls werden Zeit, Kraft und auch Nerven brauchen, um einvernehmliche Lösungen zu suchen und umzusetzen.“ Er sei „im Hinblick auf eine zeitnahe Umsetzung der sich auf dem Synodalen Weg abzeichnenden Linien eher skeptisch“. DT/sta

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