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Das Prinzip Umkehr

Der Synodale Weg hat das Christentum zur reinen Religion geschrumpft. Es beruht jedoch auf Offenbarung.
Der Synodale Weg hat das Christentum zur reinen Religion geschrumpft
Foto: SYNODALER WEG / MAXIMILIAN VON LACHNER | Dass die Kirche sich immerwährend reformieren muss, ist eine so alte, grundlegende und unbestrittene Einsicht, dass man von einer Binsenweisheit sprechen kann.

Die Problematik des Synodalen Wegs ist mit der Begrifflichkeit von „progressiv versus konservativ“ nicht einzufangen, auch nicht mit „Reformfreudigkeit versus Traditionstreue“. Es geht nicht um unterschiedliche Interpretationen von Schrift und Tradition, um Lesarten von Konzilien und Papst-Schreiben. Dass die Kirche sich immerwährend reformieren muss, ist eine so alte, grundlegende und unbestrittene Einsicht, dass man von einer Binsenweisheit sprechen kann. Die Schlüsselfrage ist, woher der Impuls zur Reform rührt und worauf Reform zielt.

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Offenbarung

Wäre das Christentum nur eine Religion, dann wäre Zeitgemäßheit in der Tat ein ausreichendes Kriterium: Das Ausstrecken des Menschen nach dem Sinn seines Daseins, nach dem Ewigen und Göttlichen muss ja stets den je heutigen Menschen erreichen. Nun trägt das Christentum zwar Züge von Religion, ist jedoch wesentlich und wesenhaft etwas völlig anderes: Offenbarung. Also nicht das Ausstrecken des Menschen nach dem Göttlichen, sondern das Ausstrecken Gottes nach den Menschen.

Wer Christus für einen bloßen Weisheitslehrer hält, ist kein Christ, sondern ein Narr. Der Christ hält Christus für das inkarnierte Wort Gottes, für die unüberbietbare Selbstoffenbarung des Einen und Allmächtigen. Jede Reform der Kirche Christi kann darum nur bedeuten, sie – nach Abirrungen, Verweltlichungen und Verpolitisierungen – neuerlich in Seine Form zu bringen. Wenn die Kirche die Fortsetzung der inkarnatorischen Selbstoffenbarung Gottes ist, kann Reform nur an Christus Maß nehmen, nicht am Zeitgeist.

Licht reflektieren

Nicht den Geist der Zeit, auch nicht die Lebenswirklichkeit der Menschen soll sie spiegeln, denn beide können nicht erlösen. Wie der Mond das Licht der Sonne reflektiert, muss die Kirche Christus, „das Licht der Völker“, reflektieren. Darum kommt Reform der Kirche nie ohne Umkehr aus: gemeinschaftlich wie individuell. Ihre Gretchenfrage lautet, ob wir uns von Gott so radikal verändern und benutzen lassen wie die Apostel. Deren Lernkurve bestand darin, das eigene Wollen dem Willen des Herrn unterzuordnen.

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Stephan Baier Apostel Jesus Christus Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen

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