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Gottes große Familie

Die Kirche ist kein Ding, sondern sie ist lebendig. Und weißt du auch, wozu es sie überhaupt gibt?
Kirche Christi
Foto: Sally-Jo Durney | Die Kirche ist lebendiger Leib Christi und jeder Christ gehört durch die Taufe dazu: Wie ein lebendiger Mauerstein in der bunten Weltkirche!

Was ist eigentlich die Kirche? Hat dir schon einmal jemand diese Frage gestellt? Die erste Antwort, die vielen einfällt ist: „Na das da – unsere Kirche, die da auf dem Platz steht!“ Ein Kirchengebäude, groß oder klein, eine riesige Kathedrale, eine kleine Kapelle, deine Pfarrkirche, Kirchen ganz modern oder schon hunderte Jahre alt, aus Holz, aus Stein oder Beton. Es gibt berühmte Kirchen, die von vielen Menschen besucht werden und fast vergessene. Doch Steine machen noch lange keine Kirche, denn die Kirche ist kein Ding. Darum muss die Frage eigentlich lauten: WER ist die Kirche?

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Die Kirche ist eine Familie, von Jesus Christus gegründet. Weißt du, wann das losging? Jesus lebte von Anfang an nicht allein für sich. Als Kind lebte er in einer liebevollen Familie mit seiner Mutter Maria und mit seinem Nährvater Josef, dem Tischler. Später, als er begann, Menschen zu lehren, folgten ihm viele Jünger, Apostel, Freunde und Freundinnen. Mit ihnen teilte er sein Leben, erzählte vom Himmelreich und schenkte ihnen seine Liebe. Jesus heilte Kranke, tröstete Trauernde und vergab Sünden. Die Bibel berichtet, wie Jesus einmal fragte: „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: „Siehe, meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“

Jesus lässt uns nicht alleine

Also gehören wir alle, wenn wir dem Willen des Vaters folgen, zu Jesu Familie. Kirche, das sind wir: du und ich. Als Jesus sein Leben für uns hingab am Kreuz, wollte er nicht, dass seine Freunde alleine bleiben. Sie sollten nicht ohne ihn, trostlos und einsam in der Welt leben. Noch in tiefem Leid, Schmerz und Not, dachte er an die Menschen, die er liebte. Unter dem Kreuz sah er seine Mutter Maria und Johannes, seinen Lieblingsjünger, weinen. Zu Maria sagte er: „Siehe, dein Sohn“ und zu Johannes: „Siehe, deine Mutter“. So gründete er seine neue Familie. Ihr wisst sicher, dass die Geschichte nicht mit dem Tod Jesu endete, auch wenn sich die Apostel zunächst traurig, mutlos und verlassen fühlten. Am dritten Tag nach seinem Tod ist Jesus auferstanden und zu seinen Freunden gekommen. Er sprach mit Maria Magdalena, die das Grab besuchen wollte und ihn zunächst gar nicht erkannte. Er begleitete die Jünger nach Emmaus und besuchte die Apostel, die sich ängstlich versteckt hatten. Er schickte sie nach Galiläa, wo er sie wieder treffen wollte und erzählte ihnen, dass er bald zu seinem Vater in den Himmel auffahren würde. Doch auch dann wären sie nicht ganz verlassen. Jesus versprach ihnen, einen Beistand zu senden, den Heiligen Geist, der sie immer begleiten und trösten soll.

Martina Berlin
Foto: Klemens Radke | Martina Berlin ist in der Gemeindekatechese tätig und hat den Lehrgang zur Ausbildung von Katechisten (LAK) an der Hochschule Heiligenkreuz absolviert.

Und so geschah es am Pfingstfest, zehn Tage, nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war, als Menschen aus vielen Ländern und alle Apostel in Jerusalem versammelt waren: Da kam plötzlich der Heilige Geist Gottes in der Gestalt von Feuerzungen auf die Apostel herab. Der Geist bewirkte ein großes Wunder: Die Apostel erzählten von Jesus in ihrer Sprache und alle Fremden, die sich zum Fest versammelt hatten, hörten sie in ihren eigenen Sprachen von Gott reden. Da bekamen die Apostel Mut, es Jesus nachzutun und in seinem Auftrag allen Menschen auf der Welt vom Reich Gottes zu erzählen. Seither sind wir, die wir an Jesus Christus glauben, nie mehr ohne ihn.

Durch die Taufe gehörst du zu Christus

Weißt Du, wie man Mitglied in Jesu Familie wird? Durch die Taufe! Da spricht der Priester über den Täufling die Worte: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes“, wobei er dem Täufling drei Mal Wasser über den Kopf gießt (oder ihn drei Mal in Wasser eintaucht). Kirche ist Gemeinschaft der Heiligen. Das Wort Kirche kommt vom griechischen Wort „ekklesia“, das bedeutet so viel wie „Versammlung“, „gerufen sein“, eben christliche Gemeinschaft. Jesus Christus rief die Apostel zu sich. Diese gingen in alle Welt und brachten den Menschen die frohe Botschaft.

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So wurden durch die Generationen hindurch tausende, ja Millionen Menschen durch die Taufe Mitglieder der Kirche. Diese Gemeinschaft der Kirche ist eine echte Schicksalsgemeinschaft. Sie ist nicht wie ein Verein oder Club, in den man ein- und austreten kann. Durch die Taufe gehörst du auf immer zu Jesus Christus. Die Kirche ist lebendig, wie ein Leib. Der Apostel Paulus erklärt im neuen Testament: „Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.“

Die Kirche ist das Volk Gottes

Paulus erklärt uns in diesem Bild, dass Jesus das Haupt ist und wir der Leib. Zu diesem Leib gehören nicht nur wir Lebenden, sondern auch die Christen, die vor uns gelebt haben und alle, die noch nach uns gerufen werden. Es ist die Gemeinschaft der Heiligen, weil wir wissen, dass schon viele Heilige im Himmel bei Gott sind und dass auch wir zur Heiligkeit berufen sind. Und weil Jesus bereits in den Himmel zum Vater gegangen ist, gibt es auch eine himmlische Kirche, die mit uns verbunden ist. Wenn wir auf der Erde die heilige Messe feiern, so feiern auch die Engel im Himmel die heilige Messe. In der Messe spricht der Priester: „Und so singen wir gemeinsam mit den himmlischen Chören: „Heilig, heilig, heilig...“ Stell dir vor, oben feiern die Engel gemeinsam mit uns hier unten den Gottesdienst! In der Messe, den Sakramenten und im gemeinsamen Gebet bleiben wir mit Jesus verbunden. Es ist wirklich so, wie er versprochen hatte: „Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen.“ Kirche ist Volk Gottes.

Auf der Erde gibt es viele Völker und Staaten. Wir sind Deutsche, Engländer, Chinesen, Ägypter und Australier. Wir sprechen verschiedene Sprachen und verstehen uns nicht immer gut. Oft verfolgen wir eigene Ziele und kämpfen gegeneinander. Staaten geraten in Streit und führen manchmal blutige Kriege. Als Christen gehören wir jedoch zu Gottes Volk. Das heißt, wir hören zuallererst auf Gottes Gebote, die Jesus uns gelehrt hat: „Der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Die Liebe verbindet Christen auf der ganzen Welt

Weil wir Gottes Volk sind, ist SEIN Liebesgebot unser höchstes Gesetz. Mit Gottes Liebe können wir Grenzen zwischen Ländern und Völkern, Sprachen und verschiedenen Interessen überwinden. In Gottes Volk versammeln sich Menschen aus allen Völkern. In seiner Kirche sind wir nicht bloß Deutsche, Engländer, Chinesen, Ägypter und Australier, sondern Schwestern und Brüder in Jesus Christus. Die Sprache, die uns verbindet, ist die Liebe. So dürfen wir Katholiken auf der ganzen Welt gemeinsam in großer Freude Ostern feiern und in vielen Sprachen rufen: Christus ist auferstanden!

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