Das Einüben von Synodalität stand neben inhaltlichen Fragen auf der Agenda des Treffens der Vorsitzenden der weltweiten Bischofskonferenzen und der Vorsteher der Ostkirchen in Rom. Anlass war der zehnte Jahrestag des Schreibens „Amoris laetitia“. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münsteraner Bischof Heiner Wilmer, zeigte sich im Interview mit „Vaticannews“ überrascht von der „hohen Kunst des Zuhörens, des aufeinander Eingehens“. Es habe ein „sehr guter Ton“ geherrscht, berichtete Wilmer, der auch die Methode der „Conversatio in Spiritu“ lobte. Sie biete „wunderbare Chancen“, weil sie „die Erfahrungen der Menschen abruft“. Das gegenseitige Zuhören und die Wiedergabe des Gehörten würden dabei von Phasen des Schweigens unterbrochen – etwas, „was man als Deutsche gar nicht gewohnt ist“.
Zudem hob Wilmer hervor, dass die Weltkirche zwar in den verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich unterwegs sei, es aber zugleich mehr Gemeinsamkeiten gebe, als man vermuten könnte. So seien sich die Bischöfe einig gewesen, dass die Ehevorbereitung häufig im Mittelpunkt stehe, während es an Angeboten zur Begleitung von Ehepaaren nach der Hochzeit bis ins Alter fehle. Eine weitere Herausforderung bestehe darin, dass die Kirche „bei den Menschen“ sein und sie „durch das Leben“ begleiten müsse.
Als besonderes Signal für die Kirche in Deutschland wertete Wilmer die Erkenntnis aus dem Treffen, „dass die Schrift ,Amoris laetitia‘ vor zehn Jahren weiterentwickelt wird“ und dass die katholische Kirche nicht statisch, sondern dynamisch sei und sich als Gemeinschaft auf einem gemeinsamen Weg verstehe. DT/dsc
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