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Pfarrer: Jüdische Siedler bedrohen Olivenernte in Christendorf Taibeh

So wichtig die Olivenernte auch ist, israelische Siedler machen davor nicht halt: Ein Pfarrer fürchtet um Taibeh, das letzte christlich-palästinensische Dorf.
Olivenernte im Westjordanland
Foto: Imago/Josep Rovirosa | Oliven for Future: Jede verlorene Ernte bedeutet zusätzlichen Druck die Einwohner Taibehs, die darum kämpfen, auf ihrem Land zu bleiben und ihre Lebensweise zu bewahren.

Jüdische Siedler bedrohen nach Worten des katholischen Pfarrers Baschar Fawadleh mit Gewalt und Abriegelungen während der Olivenernte die Zukunft des christlich-palästinensischen Dorfes Taibeh. "Jede verlorene Ernte bedeutet zusätzlichen Druck für Menschen, die darum kämpfen, auf ihrem Land zu bleiben und ihre Lebensweise zu bewahren", schreibt er in einer Stellungnahme von Freitag.

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Laut Fawadleh drangen israelische Siedler seit Beginn der Ernteperiode wiederholt in palästinensisches Land ein. Unter anderem seien palästinensische Bauern angegriffen und zeitweise von israelischen Soldaten festgesetzt worden. Nach Angaben des Pfarrers sind rund 1,6 Hektar Land der Gemeinde mit Olivenbäumen bepflanzt, die neben der wirtschaftlichen Bedeutung auch ein wichtiges Symbol der historischen Verbundenheit mit Palästina darstellten.

Diebstahl und Zerstörung

In einem detaillierten Bericht zur Olivenernte 2026 beschrieb er am Donnerstag die anhaltende Gewalt extremistischer israelischer Siedler. "Unsere Oliven werden gestohlen, unsere Bäume werden beschädigt und unseren Familien wird der Zugang zu ihrem eigenen Land verwehrt." Deshalb werde die Olivenernte in diesem Jahr nicht ausreichen, den Bedarf der Familien zu decken. Dies sei über den Verlust der Ernte hinaus eine "Bedrohung für unsere Lebensgrundlage, unser Erbe und unsere Fähigkeit, in Taibeh verwurzelt zu bleiben".

Israelische Aktivisten, die die palästinensischen Bauern bei der Ernte unterstützen und mit ihrer Präsenz vor Siedlergewalt schützen wollen, berichteten am Freitag, dass Siedler in ein Haus in Taibeh eingebrochen und Ausrüstung sowie geerntete Oliven gestohlen hätten. Die Kommission für Widerstand gegen Kolonisierung und Mauerbau der Palästinensischen Behörde berichtete unterdessen laut der palästinensischen Nachrichten-Agentur Wafa von 19 Angriffen extremistischer Siedler an verschiedenen Orten seit Freitagmorgen.

Wurzeln in biblischer Zeit

Taibeh, das mit dem neutestamentlichen Ephraim identifiziert wird, gilt als der letzte rein christliche Ort im Westjordanland. Seine Georgskirche, deren Geschichte ins 5. Jahrhundert zurückreicht, gilt als eines der ältesten religiösen Wahrzeichen Palästinas. Gegenwärtig leben laut Fawadleh weniger als 1.200 Menschen in Taibeh.

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Zuletzt erklärte die israelische Armee im Juli ein etwa 13 Quadratkilometer großes Gebiet rund um Taibeh zum militärischen Sperrgebiet. Die Anordnung, die bis Juli 2027 gilt, verbietet Nichtanwohnern die Einreise und den Aufenthalt in Taibeh. Nach Armeeangaben soll so eine Eskalation der Gewalt durch Siedler verhindert werden. Der Bürgermeister von Taibeh, Suleiman Khoury, kritisierte den Schritt als schädlich für die Interessen der Dorfbewohner und ihre Existenzgrundlage.

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