Weltjugendtag 2022 wird nicht in Europa stattfinden

Etliche wichtige Kirchentreffen hätten in jüngster Zeit in Europa stattgefunden, meint Papst Franziskus. Daher solle das übernächste Weltugendtreffen in einer anderen Region stattfinden.

Abschlussmesse des WJT 2016
Jugendliche aus Panama während der Abschlussmesse des XXXI. Weltjugendtags am 31. Juli 2016 auf dem "Campus misericordiae", dem Feld der Barmherzigkeit in Brzegi bei Krakau in Polen. Der nächste Weltjugendtag findet 2019 in Panama statt. Foto: Stefano Dal Pozzolo (KNA)

Der internationale katholische Weltjugendtag im Jahr 2022 wird auf Wunsch von Papst Franziskus offenbar nicht in Europa, und damit auch nicht in Prag stattfinden. Das hat der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Kardinal Dominik Duka, erklärt. Der Prager Erzbischof überbrachte nach der gemeinsam mit der Slowakischen Bischofskonferenz abgehaltenen Vollversammlung der tschechischen Bischöfe in dieser Woche in Nitra die Nachricht von der vatikanischen Ablehnung der Bewerbung der tschechischen Hauptstadt für das kirchliche Großereignis.

Der übernächste Weltjugendtag soll in einer anderen Region stattfinden

Die Entscheidung des zuständigen vatikanischen Kurienbehörde beruhe demnach auf der Feststellung des Papstes, wonach etliche der wichtigsten Kirchentreffen in jüngster Zeit in Europa stattgefunden haben. Franziskus sei daher "zur Überzeugung gelangt" so Duka, dass das übernächste Weltjugendtreffen in einer anderen Region stattfinden soll. Kardinal Duka dankte allen, die in den vergangenen Monaten die Initiative für Prag unterstützt und ihre Mitarbeit angeboten hätten. Er glaube, "dass wir die gewonnenen Erfahrungen und Kontakte werden ausnutzen können".

Das nächste Großjugendtreffen wird in Panama ausgerichtet

2019 wird das in der Regel alle drei Jahre stattfindenden katholische Großjugendtreffen in Panama ausgerichtet. Von den acht internationalen Weltjugendtagen seit 1997 fanden fünf in Europa - zuletzt 2016 im polnischen Krakau - und je eines in Südamerika, Nordamerika und Australien statt. Die Veranstalter-Bewerbungsfrist für 2022 schließt erst Ende 2018.

Die Tschechische Bischofskonferenz hatte eine Kandidatur für das weltkirchliche Großereignis angesichts zweier Tatsachen angemeldet, die durch eine zu Ostern publik gemachte Untersuchung der Londoner Saint Mary's University Twickenham und des Institut Catholique Paris bestätigt wurden: Einerseits gehört die Tschechische Republik mit 91 Prozent zu jenen Ländern Europas mit dem höchsten Anteil von Jugendlichen, die keiner Glaubensgemeinschaft angehören. Andererseits ist unter den jugendlichen Katholiken der Anteil derer, die wöchentlich eine Messe besuchen mit 24 Prozent ungewöhnlich hoch.

DT/KAP