Vatikanstadt

„America“-Kritik an Franziskus ist bemerkenswert

Bisher hatte die Zeitschrift ihren Mitbruder auf dem Petrusstuhl immer gestützt und verteidigt. Jetzt hat sich das Blatt gewendet, da sich die Hoffnung nicht erfüllt, Franziskus würde eine Homo-Agenda betreiben.

Liberale Kritik an Papst Franziskus
Die zu Beginn des Pontifikats in einschlägigen liberalen Kreisen gehegte Hoffnung, Franziskus würde eine Homo-Agenda betreiben, hat sich nicht erfüllt. Foto: Angelo Carconi (ANSA)

Dass das liberale Jesuiten-Magazin „America“ in den Vereinigten Staaten deutliche Kritik an Papst Franziskus übt, ist bemerkenswert. Bisher hatte die Zeitschrift wie alle im Umfeld der Gesellschaft Jesu erscheinenden Publikationen – allen voran „La Civilta Cattolica“ in Italien – ihren Mitbruder auf dem Petrusstuhl immer gestützt und verteidigt.

Vorwurf, Franziskus habe die Missbrauchskrise zunächst nicht verstanden

Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Der „America“-Leitartikler und ehemalige Herausgeber Thomas Reese SJ macht Franziskus den Vorwurf, die Missbrauchskrise zunächst gar nicht verstanden zu haben und dass er bis jetzt noch immer keine Vorgaben für kirchenrechtliche Verfahren gegen Bischöfe erlassen habe. Der wirkliche Test für die Glaubwürdigkeit des Papstes werde sein, ob die Untersuchungen, wer im Vatikan von den Verfehlungen von Theodore McCarrick frühzeitig gewusst habe, zu klaren Ergebnissen kommen und veröffentlicht würden.

In einem weiteren Beitrag kritisieren auch die derzeitigen Herausgeber der Zeitung Franziskus, weil dieser keine klaren Regeln etabliert habe, kirchenrechtliche Verfahren bei Bischöfen völlig intransparent seien und vieles von den persönlichen Entscheidungen des Papstes abhänge.

Unzufriedenheit mit dem Pontifikat jetzt auch in liberalen Kreisen

Die Unzufriedenheit mit dem Pontifikat des Jesuitenpapstes macht sich jetzt auch in liberalen Kreisen breit. „America“ gehört zu den katholischen Organen, in denen Autoren schreiben, die eine Neubewertung der kirchlichen Haltung zur Homosexualität und zu gleichgeschlechtlichen Paaren fordern. Aber gerade die zu Beginn des Pontifikats in einschlägigen Kreisen gehegte Hoffnung, Franziskus würde eine Homo-Agenda betreiben, hat sich nicht erfüllt.

Welche die weiteren Gründe sind, aus denen das „America“-Magazine gelbe Karten an Franziskus verteilt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 29. März 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT