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Erzbischof Udo Markus Bentz ernennt nach Amtseinführung zwei Generalvikare

Mit einem Festgottesdienst hat der neue Paderborner Erzbischof sein Amt angetreten. Erste Personalentscheidungen wurden im Gottesdienst verkündet.
Einführung Erzbischof Bentz
Foto: Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn | Dem neuen Erzbischof wird das Rationale aufgelegt, nachdem er von der Kathedra Besitz ergriffen hat.

Der neue Paderborner Erzbischof, Udo Markus Bentz, hat am Laetare-Sonntag sein Amt angetreten. „In allem aber danke ich Gott! Ihm will ich mit meinem Wirken die Ehre erweisen und dem Frieden der Menschen dienen“, so Bentz zum Abschluss des Festgottesdienstes zu seiner feierlichen Amtseinführung im Paderborner Dom. Der frühere Mainzer Weihbischof tritt damit die Nachfolge von Hans-Josef Becker an. 

Es werde immer schwerer, über Gott ins Gespräch zu kommen, so Bentz in seiner Predigt. „Gott spielt im Leben vieler, auch mir persönlich nahestehender Menschen keine Rolle mehr“, so der neue Erzbischof. Gott inmitten der Gesellschaft „wachzuhalten“, sei die eigentliche Herausforderung für die Kirche in den kommenden Jahren. Sein neues bischöfliches Leitwort „Gloria Deo – Pax Hominibus“ ziele, so Bentz, auf einen „umfassenden Frieden von innen her“ ab, der in versöhnten Beziehungen wurzele: zwischen Gott und den Menschen, innerhalb des Gottesvolkes, unter allen Menschen, Versöhnung mit der Schöpfung: „Unser Dienst als Kirche muss ein Dienst der Versöhnung sein.“

Eterovic: Eifrige Missionare des Evangeliums sein

Um das gesellschaftliche Gespräch über Gott zu erhalten, sei es wichtig, nicht so zu tun, „als hätten wir Gott immer ,wissend in der Tasche‘“, so Bentz. Stattdessen solle man aufeinander hören, was die Menschen umtreibe, und was ihnen das Leben heute zumute, und gemeinsam fragen, wie eine Antwort von Jesus Christus und seinem Evangelium her aussehen könne – und es aushalten können, dass es an verschiedenen Orten auch zu verschiedenen Antworten kommen könne und dürfe. Man müsse „in Bescheidenheit“ aushalten, dass Gott „nicht immer nur die Antwort ist, sondern selbst eine Frage bleibt“. 

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Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, grüßte alle Gläubigen, Priester, Diakone und Bischöfe im Namen von Papst Franziskus. Der Nuntius erinnerte an das „große Anliegen“ des Papstes, „dass wir alle aufgerufen sind, treue Zeugen Jesu Christi und eifrige Missionare seines Evangeliums zu sein“. Das sei nicht etwas, was man einfach tun oder lassen könne, so Eterovic, denn es gehöre zum Sendungsauftrag Jesu an seine Jünger.

 

Auf den früheren Wahlspruch des neuen Erzbischofs Bentz „Überall predigen – Gott wirkt mit“ verweisend, betont der Nuntius, dass auch für Evangelisierung, zu der alle Christen aufgerufen seien, gelte, sich vom Herrn in den Dienst nehmen zu lassen – denn ohne ihn könne man nichts ausrichten. „Die Frohe Botschaft Jesu ist immer aktuell und ein Evangelium der Freude“, so Eterovic.

Kritik an Franziskus

Im Zuge der Gratulation zum Amtsantritt äußerte der nordrhein-westfälische CDU-Politiker Nathanael Liminski Unverständnis an den jüngsten Worten von Papst Franziskus. Dieser hatte die Ukraine zu Verhandlungen aufgefordert. „Kirche insgesamt muss mehr als früher aushalten, dass zu Worten ihrer Hirten nicht mehr qua Amt der Widerspruch ausbleibt“, betonte der bekennende Katholik und lud „stellvertretend für die Politik“ zur Gegenbewegung ein. Liminski sicherte dem neuen Erzbischof auch die Unterstützung der Landesregierung zu und betonte die gemeinsamen Aufgaben von Staat und Kirche. „Uns ist das Wohlergehen der Menschen in unserem Land anvertraut“, so Liminski. „Diese Verantwortung verbindet uns“.

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Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), hob in einem Grußwort Bentz‘ Einsatz für die Christen im Nahen Osten hervor. Bentz sitzt der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten in der Kommission Weltkirche der DBK vor. Bätzing lobte zudem Bentz‘ Mitarbeit beim Synodalen Weg. „Du bist diesen Weg von Anfang an engagiert mitgegangen, hast ihn unterstützt, wo es nur ging“, so der Limburger Bischof und betonte, Bentz sei überzeugt, dass die katholische Kirche nur als synodale Kirche die Herausforderungen der Gegenwart bewältigen und auf offene Fragen Antworten geben könne. „Ich bin fest überzeugt, dass du hier im Erzbistum Paderborn viele Gläubige finden wirst, die diesen Weg weiter mitgehen wollen.“

Zu Gast bei der Amtseinführung war unter anderem auch eine Delegation aus dem Paderborner Partnerbistum Les Mans in Frankreich unter der Leitung von Bischof Jean-Pierre Vuillemin sowie der Paderborner Bürgermeister Michael Dreier. Die Heilige Messe, bei der unter anderem der Apostolische Nuntius und der emeritierte Paderborner Erzbischof Becker konzelebrierten, wurde unter anderem vom WDR, HR und im Internet-Stream übertragen. Im Anschluss fand ein „Fest der Begegnung“ statt.

Zwei Generalvikare

Zwei Generalvikare
Foto: Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn | Der neue Erzbischof umrahmt von seinen Generalvikaren Michael Bredeck (l.) und Thomas Dornseifer (r.)

Nach dem festlichen Gottesdienst sprach der neue Erzbischof noch einige Worte des Dankes. In diesem Rahmen verkündete er ebenfalls eine erste Personalentscheidung. Das Erzbistum Paderborn wird künftig zwei Generalvikare haben. Der frühere Diözesanadministrator Michael Bredeck und sein früherer Stellvertreter  Thomas Dornseifer werden künftig Generalvikare im Erzbistum Paderborn sein. Das Kirchenrecht räumt die Möglichkeit ein, mehrere Generalvikare zu ernennen, wenn es die Größe des Bistums oder eine besondere pastorale Situation erforderlich macht.

Zwischen den beiden Generalvikaren werde es nach Angabe der Internetseite des Erzbistums eine Aufgabenteilung geben, die sich an der Unterscheidung der beiden Arbeitsfelder Dienste und Ressourcen orientiere. Generalvikar Bredeck werde unter anderem die Bereiche Pastorales Personal, Schule und Hochschule, Pastorale Dienste und Caritas verantworten. Ferne sei er für die Abteilungen Kommunikation und Entwicklung zustädnig. Generalvikar Dornseifer werde unter anderem für die Bereiche Finanzen, Personal und Verwaltung, Bauen, Recht sowie IT und Datensicherheit zuständig sein. Dazu kommt die Verantwortung für Intervention und Prävention von sexuellem Missbrauch. DT/sdu/pwi

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