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Die neue Publizistische Kommission ist eine Absage an die Medienwelt

Eine schrumpfende Medienkommission ist eine Absage an die Medienwelt. Dabei bedürfte es einer offensiven Medienstrategie der Kirche.
Kardinal Reinhard Marx wurde zum Vorsitzenden der Publizistischen Kommission gewählt.
Foto: Arne Dedert (dpa) | Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, wurde zum Vorsitzenden der Publizistischen Kommission gewählt.

Wir leben in einer Medienwelt. Das dürfte jedem klar sein, der sein allmorgendlich sein mobiles Endgerät zur Hand nimmt. Nicht so ganz klar scheint dies Faktum für die katholischen Bischöfe in Deutschland zu sein. Die neue Besetzung der Publizistischen Kommission, Kommission IX der Deutschen Bischofskonferenz, ist ein Zeugnis ganz eigener Art. Von vorher sechs Mitgliedern schrumpft diese wichtige Kommission nun auf ganz vier Mitglieder. Zwar ist Personalstärke allein sicher kein Qualitätsmerkmal, aber personell abzubauen, obwohl die Anzahl der in die Kommission wählbaren Mitglieder der Konferenz nicht abgenommen hat, ist auch ein Signal.

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Medienethik ist nötig

Ein Signal ist es vor allem, wenn keiner der in die Kommission neu- oder wiedergewählten sich in der Vergangenheit wahrnehmbar mit Fragen der Medienethik, der Medientheorie oder dem ganz praktischen Medienengagement der Kirche auseinandergesetzt hat. Es gibt dabei genügend offenen Fragen. In einer Zeit, in der vermeintliche oder echte Fakenews sogar in Qualitätsmedien vordringen, ist ein Wort moraltheologischer Sicht ganz sicher nicht fehl am Platz. In einer katholischen Medienwelt, in der ein Claas Relotius oder eine Lara Katharina Fritzsche einen katholischen Medienpreis bekommen können, braucht es eine stark besetzte Publizistische Kommission, die der katholische Medienarbeit endlich wieder richtungsweisende Impulse gibt und nicht in der Krise abtaucht.

Der Medienwelt fremd

Besonders die Impulse, zumindest in Gestalt von Denkanregungen, würde man besonders vom Vorsitzenden einer solchen Kommission erwarten. Statt in dieser Position auf einen dezidiert medienaffinen Bischof zu setzen, wurde hier eine Aufgabe für den ehemaligen Vorsitzenden der Konferenz gesucht und gefunden. In einer von ständig sich jagenden Innovationen geprägten, extrem schnelllebigen Medienwelt, ist das ein Signal, das einer Absage an die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen von heute gleichkommt. Schließlich war es Kardinal Marx, der auf der Pressekonferenz der Herbstvollversammlung im Jahr 2015 selber zugegeben hat, dass ihm die moderne Medienwelt, damals konkret in Gestalt von Weblogs, völlig fremd ist und er diese Welt überhaupt nicht an sich ran lässt. 

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Peter Winnemöller Bischof Deutsche Bischofskonferenz Reinhard Marx

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