Regensburg/Fulda

Voderholzer stimmt gegen Statut des „Synodalen Wegs“

Er habe die Satzung des „Synodalen Wegs“ abgelehnt, da die thematische Ausrichtung an der Realität der Glaubenskrise vorbeigehe. Vorerst wolle der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sich dennoch weiter einbringen.

Voderhlolzer stimmt gegen Statut zum "Synodalen Weg"
Im Detail seien nach „vielstündigen“ Debatten zwar einige Verbesserungen erreicht worden, schreibt Voderholzer in einer Stellungnahme. Die wahren Probleme würden jedoch nicht angegangen. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer lehnt die Satzung des „Synodalen Wegs“, über die die deutschen Bischöfe gestern bei ihrer Herbstvollversammlung abgestimmt hatten, weiter ab. Im Detail seien nach „vielstündigen“ Debatten zwar einige Verbesserungen erreicht worden, schreibt Voderholzer in einer Stellungnahme. Die thematische Ausrichtung der Foren gehe jedoch an der Realität der Glaubenskrise in Deutschland vorbei. Daher habe er gegen die Satzung gestimmt.

"Mein Verdacht, dass es sich angesichts
dieser Weichenstellungen um eine
,Instrumentalisierung des Missbrauchs'
handelt, ist nicht ausgeräumt"
Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer

Dass es kein Forum „Evangelisierung“ gebe sei ebenso ein Mangel wie die Tatsache, dass es beim Thema „Laien“ von vornherein nur um Partizipation gehe, „statt um eine Theologie einer in Taufe und Firmung gründenden Sendung in alle weltlichen Lebensbereiche hinein“.

Der von der DBK gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ab Dezember beginnende „Synodale Weg“ will sich in vier Foren mit der priesterlichen Lebensform, klerikalem Machtmissbrauch, der Rolle von Frauen in der Kirche sowie mit der katholischen Sexualmoral befassen. „Mein Verdacht, dass es sich angesichts dieser Weichenstellungen um eine ,Instrumentalisierung des Missbrauchs' handelt, ist nicht ausgeräumt“, so Voderholzer. Angesichts fehlender wissenschaftlicher Studien in anderen Institutionen sei es „pseudowissenschaftlich“, aus den Fällen des sexuellen Missbrauchs den Schluss zu ziehen, dass es bei der Erneuerung um die genannten vier Themen gehen müsse.

Voderholzer: Die wahren Probleme werden nicht angegangen

Ausdrücklich wies der Regensburger Bischof darauf hin, dass es unter den deutschen Bischöfen eine Minderheit gebe, „die von der Sorge erfüllt ist, dass die wahren Probleme nicht angegangen werden und durch das Wecken von bestimmten Erwartungen und Hoffnungen nur noch mehr Frustration erzeugt wird“. Voderholzer hatte zusammen mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bereits im August einen Alternativentwurf zu den Statuten des „Synodalen Wegs“ vorgelegt. Dieser war jedoch deutlich abgelehnt worden.

Gleichzeitig betonte Voderholzer, dass er sich mit seiner Nein-Stimme dem Prozess nicht grundsätzlich verschließe, sondern trotzdem mitmachen und sich einbringen wolle. „Ich werde mir nicht den Vorwurf machen lassen, den Dialog zu verweigern, zu dem uns Papst Franziskus ausdrücklich ermutigt hat.“ Er behalte sich aber vor, nach den ersten Erfahrungen ganz auszusteigen.

"Ich werde mir nicht den Vorwurf machen
lassen, den Dialog zu verweigern, zu dem
uns Papst Franziskus ausdrücklich ermutigt hat"
Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer

Noch bis heute tagt die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) in Fulda. Trotz der Kritik aus dem Vatikan hatte der DBK-Vorsitzende, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, sich zuversichtlich zum synodalen Prozess geäußert. Es gebe kein „Stoppschild“ aus Rom. Marx sprach zudem von „Missverständnissen“, die er bei Gesprächen im Vatikan habe ausräumen können. Indes forderte Kardinal Woelki auch in einem ausführlichen Redebeitrag, das Thema Neuevangelisierung in den Mittelpunkt der Debatte zu rücken. Dies entspreche auch dem Anliegen des Papstes.

DT/mlu

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