Vatikanstadt

Kardinal Burke kritisiert Gottesdienstverbote

Besonders in Krisenzeiten müssten Gläubige beten und an heiligen Messen teilnehmen können, um Gott um Hilfe zu bitten, meint der amerikanische Kurienkardinal Raymond Burke. Gebete und Andachten dürften nicht mit Restaurant- oder Kinobesuchen gleichgesetzt werden.

Coronavirus: Geschlossene Kirchen in Italien
Man dürfe, so Burke weiter, Gebete und Andachten nicht mit einem Kinobesuch oder Fußballspielen vergleichen. Dies seien keine notwendigen Dinge und könnten daher abgesagt werden, um die Verbreitung der tödlichen Infektion einzudämmen. Foto: Matteo Trevisan (ZUMA Wire)

Der amerikanische Kurienkardinal Raymond Burke hat Gottesdientverbote zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert. Im Kampf gegen „das Böse des Coronavirus“ sei die stärkste Waffe die Beziehung zu Christus in Gebet und Buße. „Daher ist es für uns zu allen Zeiten unverzichtbar, insbesondere in Zeiten der Krise, Zugang zu unseren Kirchen und Kapellen, zu den Sakramenten und zu öffentlichen Andachten und Gebeten zu haben“, schreibt Burke in einem Beitrag auf seiner Website.

Beziehung zu Gott gehört für Christen zum Notwendigsten

Auch in Zeiten des Coronavirus sei es noch erlaubt, das Notwendigste, wie etwa Nahrungsmittel und Medikamente, zu kaufen. Für Christen gehöre zum Notwendigsten aber in erster Linie die Beziehung zu Gott. „Genauso wie wir Essen und Medikamente kaufen dürfen und gleichzeitig darauf achten können, das Coronavirus dabei nicht zu verbreiten, müssen wir auch in unseren Kirchen und Kapellen beten dürfen, die Sakramente empfangen und an öffentlichen Gebeten und Andachten teilnehmen, sodass wir Gottes Nähe zu uns erfahren, Ihm nahe bleiben und Ihn passenderweise um Hilfe bitten.“ Ohne Gottes Hilfe sei man verloren.

Er habe in diesen Tagen von zahlreichen frommen Katholiken gehört, dass sie „tief traurig und entmutigt“ seien, da sie nicht in ihren Kirchen beten dürften, Burke weiter. Zugleich wies er darauf hin, dass man Abstands- und Kontaktverbote einhalten und dennoch gleichzeitig beten könne. Doch häufig müssten Gläubige das „tiefe Leid“ ertragen, dass Kirchen und Kapellen geschlossen seien und sie keinen Zugang zur Beichte und der heiligen Eucharistie hätten.

"Gebet, Andacht und Anbetung, und in erster
Linie die Beichte und die heilige Messe sind unverzichtbar
für uns, um spirituell gesund und stark zu bleiben"
Kardinal Raymond Burke

Man dürfe, so Burke weiter, Gebete und Andachten nicht mit einem Kinobesuch oder Fußballspielen vergleichen. Jene seien keine notwendigen Dinge und könnten daher abgesagt werden, um die Verbreitung der tödlichen Infektion einzudämmen. „Aber Gebet, Andacht und Anbetung, und in erster Linie die Beichte und die heilige Messe sind unverzichtbar für uns, um spirituell gesund und stark zu bleiben.“ Daher könnten Katholiken es nicht einfach akzeptieren, wenn säkulare Regierungen die Anbetung Gottes mit Restaurantbesuchen oder Sportveranstaltungen auf eine Ebene stellten.

Darüber hinaus äußert Kardinal Burke auch die Ansicht, dass Gläubige das gegenwärtige Unglück zwangsläufig auch mit einer Distanz der Populärkultur von Gott in Verbindung bringen müssten. Die heutige Gesellschaft sei Gottes Gegenwart gegenüber nicht nur gleichgültig sondern „offen rebellisch“ gegenüber Gott. Als Beispiele dafür nennt Burke gewaltsame Angriffe auf das menschliche Leben oder den Umgang mit unschuldigen Ungeborenen. Täglich sehe man, wie sich Gewalt in einer Kultur verbreite, die das menschliche Leben nicht respektiere.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier .