Albi

Frankreich: Muslimische Handlungen gegen Christen

Die jüngste antichristliche Provokation bedient sich muslimischer Symbole –Parallelen zur Französischen Revolution werden offenbar.

Südfranzösische Stadt Albi
Drei junge Männer haben auf dem Dach der katholischen Kirche Saint Jean-Baptiste in der südfranzösischen Stadt Albi drei maghrebinische Flaggen gehisst. Foto: Wikicommons/Benh LIEU SONG

Die in Paris lebende, aus dem Libanon gebürtige Journalistin Maya Khadra beklagt die jüngsten antichristlichen Ereignisse in Frankreich. Drei junge Männer hatten auf dem Dach der katholischen Kirche Saint Jean-Baptiste in der südfranzösischen Stadt Albi drei maghrebinische Flaggen gehisst.

Konfuse und zerstörende Symbole

Die Leiterin der Abteilung Allgemeinbildung und Geisteswissenschaften der renommierten IPAG Business School ordnet diese Provokation in der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ in die Reihe islamistischer Gewaltakte in Frankreich ein. Das Ganze sei zwar scheinbar eine lächerliche Farce. Dennoch sei das Bild, das in der Vorstellung des Betrachters zurückbleibt, „voll von konfusen und zerstörenden Symbolen“: Dem, der der Szene beiwohnte, schien es, „als ob sich der Maghreb einer Kirche bemächtigt hätte … Im übertragenen Sinne haben diese Jugendlichen in Wirklichkeit die Auseinandersetzung zwischen der muslimischen Welt und dem katholischen Frankreich nachgeahmt“.

Schon seit mehreren Jahren müsse Frankreich diesen „Krieg der unerbittlichen Symbole“ ertragen. In diesem Fall füge sich „der islamische Halbmond der algerischen Flagge, der dem auf dem Dach einer Kirche errichteten Kreuz den Platz streitig macht, in die bereits lange Reihe der antichristlichen Taten ein“, wobei insbesondere „der französische Katholizismus mit einer meist willkürlichen Aggressivität attackiert“ werde. Motivation der Gewalttäter sei entweder ein „Antiklerikalismus längst vergangener Tage oder ein obskurantistischer Islamismus, der Frankreich gegenüber eine revanchistische Aversion nährt, dessen Sündenbock das katholische Frankreich ist“.

Erinnerung an frühere Verfolgungen der katholischen Kirche

Das Hissen maghrebinischer Embleme auf dem Dach einer Kirche erinnere, so Khadra weiter, an frühere Verfolgungen der katholischen Kirche – an eine revolutionäre Vergangenheit, die schon seinerzeit den christlichen Symbolen in Frankreich den Krieg erklärt hatte: „zerstörte Werke der Bildhauerei während der Revolution, zu Kasernen oder Färbereien umgewandelte Kirchen – wie die im achten Jahrhundert erbaute Pfarrkirche Saint-Landry in Paris … Der stolze und schweigsame ehemalige Glockenturm Tour Saint Jacques ist das letzte Relikt, das noch heute von dem Schicksal dessen zeugt, was der spätgotischen Kirche Saint-Jacques-la-Boucherie angetan wurde“, die in der Revolution in ihre Bestandteile zerlegt wurde, um mit ihren Steinen Handel zu treiben.

Zwischen der alten und der heutigen Gewalt bestehe, meint Khadra, ein Zusammenhang: „In Frankreich sind die Christen immer und immer wieder die erste religiöse Gemeinschaft, die zum Ziel von Angriffen oder Schändungen werden. Im Jahr 2018 verzeichnete man mehr als 1000 antichristliche Handlungen – das sind zehnmal mehr als antimuslimische Handlungen“.

DT/ks

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