Warschau

EU-Parlamentarier Jurek: Nationale Wahlen wichtiger als Europawahlen

Der Charakter der Europäischen Union werde maßgeblich von den Regierungen der Einzelstaaten bestimmt, so der EU-Parlamentarier Marek Jurek im Gespräch mit der „Tagespost“.

Polen vor Europawahl und nationaler Parlamentswahl
Die durch die Wahlen festgelegte politische Richtung hält der polnische EU-Parlamentarier Marek Jurek „von grundlegender Bedeutung“ für Polen. Foto: Omar Marques (SOPA via ZUMA Wire)

Der polnische EU-Parlamentarier Marek Jurek hält die nationalen Parlamentswahlen in Polen für wichtiger als die Europawahlen im Mai. Polen werde nur soviel Platz in Europa haben, wie die Politik des polnischen Staates und die polnische Regierung in Europa einnähmen, erklärt der frühere Sejmmarschall im Gespräch mit der „Tagespost“. Daher sei die durch die Wahlen festgelegte politische Richtung „von grundlegender Bedeutung“. Letztlich werde der Charakter der Europäischen Union von den Regierungen der Einzelstaaten bestimmt, so Jurek.

Auch die Europawahlen wichtig für die Geschicke Polens

Gleichzeitig seien jedoch auch die Europawahlen wichtig für die Geschicke Polens, „und zwar nicht nur, weil sie sich auf die nationalen Wahlen auswirken werden, sondern auch aufgrund des Bildes von Europa, das sie vermitteln werden“. Man werde noch einmal zu entscheiden haben, ob man die „Lissabon“-Politik in Europa fortsetzen wolle, „also ob wir die Vorherrschaft der EU-Behörden über die Länder Europas hartnäckig verstärken wollen, oder ob wir eine Änderung möchten“.

Auf die Frage, ob er eine Re-Christianisierung Europas für realistisch halte, meint Jurek: „Die Bedingung für die europäische Einheit ist eine starke christliche Einstellung.“ Europa besitze nicht nur eine Tradition der Aufklärung und des Liberalismus, sondern auch eine konservative Opposition gegen diese. „Europa ist eine Schicksalsgemeinschaft all dieser Strömungen, trotz der Unterschiede und Konflikte, die sie spalten“, so der EU-Parlamentarier. Wer diese Schicksalsgemeinschaft ablehne, lehne auch die politische Einheit Europas ab.

Jurek: Franziskus' Popularität führt nicht zu Bekehrungen

Im Gespräch mit der „Tagespost“ äußerte sich Jurek auch zum Pontifikat von Papst Franziskus. In den Medien sei momentan dessen große Popularität zu sehen. Jedoch bringe diese noch nicht das mit sich, was das Wichtigste für die Kirche sei, „nämlich Bekehrungen“. Dies sei unter Franziskus' Vorgängern anders gewesen.

Was andere europäische Länder nach Ansicht Jureks von Polen lernen können, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 14. März 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT