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Die schwarze Madonna von Altötting

Sie ist der Grund dafür, dass jedes Jahr Hundertausende Pilger in den Marienwallfahrtsort strömen. Die weltberühmte Schwarze Madonna von Altötting und ihr Geheimnis.
Schwarze Madonna aus der Gnadenkapelle in  Altötting
Foto: Kapellstiftung

Die schwarze Madonna von Altötting stammt wahrscheinlich vom Anfang des 14. Jahrhunderts. Viele Heilungen auf ihre Fürsprache sind bezeugt. Sie ist der Grund dafür, dass jedes Jahr Hundertausende Pilger in den bekanntesten Marienwallfahrtsort in Deutschland strömen, um die 66 cm große Statue in der Gnadenkapelle zu sehen.

Das überrascht nicht: Ranken sich doch zahlreiche Wunder und Legenden um die Muttergottes, deren geheimnisvolle Entstehung immer noch nicht geklärt werden konnte. Angeblich wurde sie im Jahr 1330 am Oberrhein aus Holz geschnitzt und kam dann der Überlieferung nach über das Zisterzienserkloster Raitenhaslach letztendlich nach Altötting.

Der Weg zur Gnadenkapelle in Altötting 

Im Grunde mutet der ganze Ort wie ein einziger heiliger Bezirk an. Diesen heiligen Bezirk bezeichnete Papst Benedikt XVI. einst wie folgt:

„Herz Bayerns und eines der Herzen Europas“

Mit dem Bahnhof im Rücken, wird der Besucher von Altötting unmittelbar von zwei Fahnen empfangen – der weiß-gelb leuchtenden Fahne der Kirche und der weiß-blauen Fahne Bayerns. Das erfreut. Und der Blick wandert unwillkürlich gen Himmel. Über der Hauptstraße, die man nach diesem schönen und erhebenden Empfang dann in Richtung der Gnadenkapelle in den Ort hineingeht, flattern weiß-gelbe Wimpel fröhlich im Wind. Das mehrt die Freude der Ankunft und beschleunigt den Schritt in Richtung der zahlreichen Kirchen.

Priester ziehen zur Messe auf dem Kapellplatz ein
Foto: Matthias Petersen

Schließlich steht man plötzlich mitten auf dem Kapellenplatz, dessen große Rasenflächen und angrenzenden Kirchen sichtlich beeindrucken. Genau in der Mitte steht die kleine bescheidene Gnadenkapelle. Man spürt sofort die besondere Atmosphäre, die schon Millionen von Pilgern in ihren Bann gezogen hat.

Im Oktogon der Gnadenkapelle erblickt man schließlich über dem Tabernakel das wundervolle Gnadenbild der schwarzen Madonna. Eine Besonderheit ist, dass das Gnadenbild im Laufe des Jahres verschiedene Kleider trägt. Diese kostbaren Gewänder werden als „Gnadenröckln“ bezeichnet. Die Kleider wurden zum Teil aus den Brautkleidern von Prinzessinnen hergestellt, die während der Wallfahrt gemäß der Tradition ihr Gewand dafür hergaben.

Warum ist die „Schwarze Madonna“ schwarz?

Vor mehr als 500 Jahren begann die Wallfahrt zur „Schwarzen Madonna“. Schwarz ist sie im Laufe der Zeit durch den Ruß der Kerzen geworden.

Welche Wunder machten die „schwarze Madonna“ von Altötting bekannt?

Zwei Wunder im Jahre 1489 waren es, die der „Schwarzen Madonna“ zugesprochen wurden und Altötting als Wallfahrtsort europaweit bekannt gemacht haben.

Ein im Mörnbach ertrunkenes Kind wurde wieder ins Leben zurückgerufen, nachdem man es auf den Altar vor der „Schwarzen Madonna“ gelegt hatte. Ein anderes Kind wurde von einem Fuhrwerk überrollt und wieder gesund, nachdem man die „Schwarze Madonna“ um Hilfe bat.

Mehr als 2 000 Votivtafeln zeugen von Hilfe und Dank der Pilger. Auch aus dem Jahr 2004 gibt es eine Votivtafel, angebracht als Dank für 17 Überlebende der Tsunami-Welle in Thailand.

Video über die schwarze Madonna von Altötting:

 

Weitere Informationen:

  • Geöffnet hat die Gnadenkapelle der Schwarzen Madonna in Altötting täglich von 5:30 bis 20:30
  • Heilige Messen finden zu jeder vollen Stunde im Zeitraum von 6:00 – 11:00 statt
  • Der Rosenkränze wird um 18 Uhr gebetet

Informationen zu Veranstaltungen rund um die Gnadenkapelle:

https://www.altoetting.de/tourismus/wallfahrt/gottesdienste-wallfahrten/

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Benedikt XVI. Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Pilger Rosenkranz Wallfahrt Überlieferungen

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