Weihbischof Losinger: Embryonen haben Menschenwürde und Lebensrecht

Der Ethikexperte der deutschen Bischöfe weist auf die vernichteten Embryonen als Kehrseite der Reproduktionsmedizin hin. Es sei die Aufgabe der Kirche, ethische Orientierung und Hilfe zu bieten.
Untersuchung auf Eizellen
Foto: Waltraud Grubitzsch (dpa-Zentralbild) | ARCHIV - In der Universitätsfrauenklinik in Leipzig untersucht eine Laboringenieurin im Biologischen Labor des Zentrums für Reproduktionsmedizin eine von einer Patientin bei einer Operation entnommene Flüssigkeit auf ...

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger hat auf die "Kehrseite" der Reproduktionsmedizin hingewiesen. Angesichts der Embryonen, die bei einer künstlichen Befruchtung einer Frau nicht eingepflanzt werden könnten, bleibe in Deutschland "ein ganzer Berg" tiefgefrorener Embryonen übrig, sagte Losinger der "Katholischen SonntagsZeitung". Viele davon hätten keine Chance auf Leben, sondern würden vernichtet.

Dabei sei mit der Verbindung von Ei und Samenzelle "ein embryonaler Mensch entstanden", ergänzte Losinger. Dieser sei "durch unser Grundgesetz mit Menschenwürde und Lebensrecht ausgestattet", fügte der Weihbischof hinzu, der Mitglied der Bioethik-Kommission der Bayerischen Staatsregierung ist. "In der wissenschaftlichen Debatte wird inzwischen mehr und mehr klar: Alle anderen Bezugspunkte, mit denen man den Beginn des menschlichen Lebens bestimmt, sind abgeleitete Bezugspunkte", etwa der Augenblick der Einnistung der befruchteten Eizelle. Dies müsse Konsequenzen für das Abtreibungsgesetz haben.

Die Anhäufung von Embryonen in der Reproduktionsmedizin erklärte Losinger so: "Da bei der künstlichen Kreierung von menschlichen Embryonen immer wieder solche dabei sind, aus denen keine Schwangerschaft entsteht, darf der Mediziner so viele herstellen, dass am Ende drei übrig bleiben. Deswegen gibt es überzählige Embryonen." Zugleich äußerte Losinger Verständnis für Paare mit Kinderwunsch. Wenn dieser durch eine medizinische Technik erfüllt werden könne, "ist es für sie das Größte. Und eine Familie mit einem Kind ist der Glücksfall schlechthin", sagte er. Die Kirche habe in diesem Zusammenhang zwei Aufgaben: "Erstens muss sie eine klare ethische Orientierung geben, wo immer es um die Würde und das unantastbare Lebensrecht jedes Menschen geht", so der Weihbischof. Zweitens leiste sie Hilfe, Beratung und Begleitung, wo Kinder und Eltern in Schwierigkeiten seien.

DT/KAP

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Paul Cullen
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