Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um "5 vor 12"

Was Habeck nicht lernt, lernt die Ampel nimmermehr

Die sogenannte Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ist nichts weniger als ein Desaster.
Robert Habeck hat eine der größten Wirtschaftsflauten in der Geschichte des Landes zu verantworten.
Foto: IMAGO/EHL Media/Björn Stach (www.imago-images.de) | Der Kinderbuchautor Robert Habeck hat eine der größten Wirtschaftsflauten in der Geschichte des Landes zu verantworten.

Wird ein Kinderbuchautor zum Wirtschaftsminister ernannt“ – was der Beginn eines guten Witzes sein könnte, entwickelt sich im Sommer des Jahres 2024 immer stärker zum schlechten Scherz.

Deutschland schrumpft, während andere wachsen

Denn kein Land innerhalb Europas hat eine schlechtere wirtschaftliche Ausgangslage als die Bundesrepublik Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstagmorgen mitteilte, schrumpfte die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2024 um 0,1 Prozent. 

Lesen Sie auch:

Zum Vergleich: In Spanien stieg das Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent, in Frankreich um 0,3 Prozent – und sogar im Post-Brexit-Großbritannien sehen die Aussichten besser aus als hierzulande. Die USA bringen es gar auf ein Wachstum von 0,7 Prozent. „Die deutsche Wirtschaft gerät zunehmend in die Krise“, so Clemens Fuest, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung.

Der Fingerzeig auf Merkel zieht nicht mehr

Sicherlich: Bereits vor der Corona-Pandemie, in der Endphase der Ära Merkel, stellte Deutschland weitgehend das Wirtschaftswachstum ein – die Pandemie verschlimmerte nur die negative Schlagseite, auf die Deutschland nicht zuletzt auch aufgrund der mutlosen Politik von Habecks Amtsvorgänger, Peter Altmaier (CDU), geraten war. 

Doch nur ein Jahr vor dem Ende der regulären Legislaturperiode im Herbst 2025 gehen den Fingerzeigern auf frühere Bundesregierungen allmählich die Argumente aus: Denn es handelt sich bei der gegenwärtigen, in der westlichen Welt singulären Wirtschaftsflaute nicht mehr einfach nur um Merkels Werk, sondern auch um Habecks Beitrag. Und der besteht vornehmlich eben nicht darin, im Tandem mit FDP-Finanzminister Christian Lindner an der Steuer-, Abgaben- und Bürokratieschraube zu drehen, um hierdurch Deutschlands Unternehmen zu entlasten, sondern auf weitere Belastungen und klimapolitische Vorhaben aus dem ideologischen Wolkenkuckucksheim zu setzen – ungeachtet aller Warnungen und dem bereits erfolgten Abbau zahlreicher Industrie-Arbeitsplätze.

Plisch und Plum

Zur Erinnerung: Während der ersten Großen Koalition von 1966 bis 1969 von Union und SPD gelang es dem damaligen SPD-Wirtschaftsminister Karl Schiller und dem CSU-Finanzminister Franz-Josef Strauß, gemeinsam über ihre ideologischen Schatten zu springen und als kongeniales Politikerpaar „Plisch und Plum“ die erste Rezession der bundesrepublikanischen Nachkriegsgeschichte erfolgreich zu bekämpften. Das Niveau der heutigen Regierenden reicht selbstredend nicht an die damaligen politischen Charakterköpfe heran – und doch wird man sie wieder brauchen: Spätestens dann, wenn im kommenden Jahr die Ampel abgewählt sein wird.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Stefan Ahrens CDU Christian Lindner Franz-Josef Strauß Karl Schiller Peter Altmaier SPD

Weitere Artikel

Die CDU hadert mich sich selbst. Das liegt an einem Dilemma, das sich ohne Verluste nicht lösen lässt.
05.06.2026, 17 Uhr
Sebastian Sasse
Merz tritt sein Amt mit einem blauen Auge an – obwohl die Ministerriege der Union kaum Anlass zur Kritik bietet. Die Wirtschaftsministerin ist eine vielversprechende Besetzung.
09.05.2025, 11 Uhr
Sigmund Gottlieb
Anpassung statt Versteinerung: Eine aktuelle Agenda-Blaupause zweier Ökonomen liefert ein Rezept, das mit der wirtschaftspolitischen Debatte eher wenig gemein hat.
07.05.2026, 09 Uhr
Jakob Ranke

Kirche

Schwester Katharina Ganz wird Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes. Die Personalie hat nicht nur eine pastorale, sondern auch eine kirchenpolitische Dimension.
15.07.2026, 21 Uhr
Benjamin Leven
Die KHKT verliert ihre Führung: Rektor, Kanzlerin und Geschäftsführer hören auf. Medienspekulationen über die Hintergründe werfen Fragen auf. Die Debatte kommt zur Unzeit.
15.07.2026, 15 Uhr
Benjamin Leven Jakob Ranke
Nach den unerlaubten Bischofsweihen legt die Gemeinschaft fristgerecht Rechtsmittel gegen das Exkommunikationsdekret ein. Damit ist die verhängte Strafe vorerst ausgesetzt.
14.07.2026, 13 Uhr
Meldung
Der neue Eichstätter Bischof äußert sich zurückhaltend zum Pflichtzölibat, und wehrt sich gegen Flügelkämpfe. Sein Abstimmen beim Synodalen Weg dürfte für Diskussionen sorgen.
13.07.2026, 15 Uhr
Dorothea Schmidt