Regensburg

Voderholzer: In Pandemie wissenschaftlichen Fachmeinungen vertrauen

Als besorgniserregend nimmt der Regensburger Bischof die Spaltung der Gesellschaft in der Corona-Pandemie wahr. Er ruft dazu auf, zur sachlichen Diskussion zurückzukehren.
Bischof Rudolf Voderholzer äußerte sich in seiner Predigt kritisch zu den im Koalitionsvertrag
Foto: Armin Weigel (dpa) | In seiner Predigt äußerte sich Voderholzer zudem kritisch zu den im Koalitionsvertrag skizzierten Plänen der Ampel-Parteien hinsichtlich des Lebensschutzes und der Sterbehilfe.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer blickt mit Sorge auf die Spaltung der Gesellschaft im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung der Corona-Pandemie. In seiner Predigt bei einem Gottesdienst zur Eröffnung der Adventszeit rief Voderholzer am Wochenende dazu auf, den wissenschaftlichen Fachmeinungen zu vertrauen und in der Diskussion um die gegenwärtige Situation verbal abzurüsten. 

Versachlichung, Überwindung der harten Tonarten

Es sei ihm insbesondere ein Anliegen, so Voderholzer, zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren, um eine Spaltung der Gesellschaft zu stoppen. Der Regensburger Bischof wörtlich: „Ich bitte also um adventliche Bemühungen um Versachlichung, Überwindung der harten Tonarten und um ein Zusammenstehen im gemeinsamen Ziel, die Pandemie zu besiegen und ihre Folgen zu bewältigen“ 

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In seiner Predigt äußerte sich Voderholzer zudem kritisch zu den im Koalitionsvertrag skizzierten Plänen der Ampel-Parteien hinsichtlich des Lebensschutzes und der Sterbehilfe. „Gott hat jeden Menschen gewoben im Schoß seiner Mutter und deshalb kommt auch dem ungeborenen Kind das Lebensrecht einer menschlichen Person zu“, mahnte der Bischof. Im Koalitionsvertrag steht, dass Schwangerschaftsabbrüche Teil der ärztlichen Aus- und Weiterbildung werden sollen. Die „Möglichkeit zu kostenfreien Schwangerschaftsabbrüchen“ gehöre zu einer „verlässlichen Gesundheitsversorgung“.

Keine Lösung des Problems, sondern seine Beseitigung

Gerade im Advent, so Voderholzer weiter, schaue man „in besonderer Weise auf die Frauen in guter Hoffnung“. Es sei ihm bewusst, welche Probleme eine Schwangerschaft für Frauen bedeuten könne. Dabei verwies er auf die Beratungsangebote der Caritas, die „jede nur erdenkliche Hilfe anbieten, nur zur schlechtesten aller Lösungen die Hand nicht reichen kann, weil es gar nicht eine Lösung des Problems ist, sondern seine Beseitigung“.

In Bezug auf den assistierten Suizid betonte der Bischof, er könne nur immer wieder warnend darauf hinweisen, dass die angestrebte und erhoffte Autonomie sehr schnell umschlagen könne und umschlagen werde: „in eine knallharte Fremdbestimmung, wenn nämlich von alten und unheilbarkranken Menschen dann unverhohlen erwartet wird, von den neuen fortschrittlichen Rechten auch Gebrauch zu machen und sich fürderhin den Erben im wahrsten Sinne des Wortes zu ersparen“.  DT/mlu

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