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USA-Experte Braml: Trump könnte 2020 wiedergewählt werden

Der USA-Experte Josef Braml hält das Wahlergebnis bei den amerikanischen Kongresswahlen für wenig überraschend. Christlich-rechte Wähler hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass die Republikaner nicht mehr Sitze verloren haben.
Trumps Chancen für 2020 nicht gering
Foto: Evan Vucci (AP) | Dass Trump angesichts seiner niedrigen Zustimmungswerte keine größere Niederlage hinnehmen musste sei durchaus als Erfolg für ihn zu sehen.

Josef Braml, USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), hält das Wahlergebnis bei den amerikanischen Kongresswahlen für wenig überraschend. Vielmehr bestätige es ein historisch etabliertes Muster, schreibt der Politikwissenschaftler in einer Analyse für die „Tagespost“: „Bis auf wenige Ausnahmen in der US-amerikanischen Wahlgeschichte hat die Partei des Präsidenten bei den ersten Zwischenwahlen Sitze im Kongress verloren – umso mehr, je geringer die Zustimmungsrate für den Präsidenten war.“ Dass Trump angesichts seiner niedrigen Zustimmungswerte keine größere Niederlage hinnehmen musste sei durchaus als Erfolg für ihn zu sehen.

Trump hat Wahlergebnis maßgeblich christlich-rechten Wählern zu verdanken

Trump habe das Abschneiden der Republikaner bei den Kongresswahlen maßgeblich christlich-rechten Wähler zu verdanken, schreibt Braml weiter. Diese hätten „mit überwältigender Mehrheit ganz pragmatisch für den nicht so bibelfesten und wenig keuschen Trump“ gestimmt, weil dieser mit Mike Pence einen Vizepräsidentschaftskandidaten aus ihren Reihen auswählte und ihnen zugleich zusicherte, als Präsident nur von ihnen gebilligte Richter für das Oberste Gericht zu nominieren.

Trumps Chancen für 2020 nicht gering

Neben christlich-rechten Wähler hätten auch staatskritische Geldgeber, die keine Besteuerung oder Regulierung ihrer Geschäfte wollten, dafür gesorgt, dass die Senatsmehrheit in den Händen der Republikaner bleibt, so Braml. Und auch für die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 schätzt der 50-Jährige die Chancen des Amtsinabers nicht gering ein: „Trumps Deregulierungskurs wird von finanzkräftigen Interessengruppen massiv unterstützt und könnte seine Wiederwahl mit ermöglichen.“

DT

Warum die demokratischen Kandidaten einen schwierigen Drahtseilakt zu meistern hatten, an dem viele scheiterten, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 15. November 2018.

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