Kommentar um "5 vor 12"

Teuflischer Anschlag auf das Gemeinwesen

Was von der Forderung der Leopoldina nach einer „Neubewertung des Schutzes von In-vitro-Embryonen in Deutschland“ zu halten ist.
Einbringen einer Samenzelle in eine Eizelle mittels Mikropipette
Foto: Hubert_Link (Zentralbild) | Künftig sollen nach Ansicht der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina „überzählige“ Embryonen der Forschung „gespendet“ werden können.
Die „Kultur des Todes“ schlägt um sich. Wieder einmal. Paare, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, sollen nach Ansicht der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina die dabei erzeugten und für „überzählig“ erachteten Embryonen künftig der Forschung „spenden“ können. Statt embryonale Stammzellen weiter aus dem Ausland zu importieren, sollten deutsche Forscher diese demnächst selbst aus „überzähligen“ Embryonen isolieren und kultivieren können.
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Was die Leopoldina in ihrer, in dieser Woche vorgestellten 55-seitigen Stellungnahme „Neubewertung des Schutzes von In-vitro-Embryonen in Deutschland“ fordert, bedeutet in Summe nicht weniger als den Einstieg Deutschlands in die embryonenverbrauchende Forschung.

Der moralische Status des Embryos

Bei Licht betrachtet handelt es sich dabei um einen teuflischen Giftanschlag auf das Gemeinwesen und das friedliche gesellschaftliche Zusammenleben. Künstlich erzeugte Embryonen haben keinen anderen moralischen Status als die im Körper ein Frau gezeugten. Anders als bei einer ungewollten Schwangerschaft kann hier auch niemand einen Konflikt oder gar eine Notlage gelten machen. 

Billiger Taschenspielertrick

Es ist ein billiger, eines Wissenschaftlers unwürdiger, Taschenspielertrick, eine befruchtete Eizelle als „Zellhaufen“ unterzubestimmen, um sich ihrer im Anschluss bemächtigen zu können.
Eine befruchte Eizelle ist nichts anderes als ein Mensch im frühesten Stadium seiner Entwicklung. Wenn nichts schief geht und der befruchteten Eizelle nichts vorenthalten wird, entwickelt sie sich zu einem von uns. Geht etwas schief, dann kann aus ihr auch schon einmal ein großer Zellhaufen werden, der es an Respekt vor seinen Artgenossen fehlen lässt und im Verbund mit anderen, Papiere wie das der Leopoldina ersinnt. Die Politik ist daher gut beraten, die Stellungnahme dort zu verstauen, wo sie hingehört. In den Giftschrank, in dem sich toxische, ein Gemeinwesen zerstörende Vorschläge unter Verschluss halten lassen.

Was in der Stellungnahme der Leopoldina alles noch gefordert bzw. zu diskutieren angeregt wird, stellt Tagespost-Bioethik-Korrespondent Stefan Rehder in der kommenden Ausgabe vor.

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