Wien

Temporäre Impfpflicht als letzte Möglichkeit

Österreichs Bischöfe rufen zum Impfen auf und werben für eine Abrüstung der Worte und Gesten.
Coronavirus - Österreich
Foto: Hans Punz (APA) | Der Wiener Stadtrat Peter Hanke (2.v.r) erhält von einer medizinischen Angestellten eine Dosis eines Corona-Impfstoffes.

Die Österreichische Bischofskonferenz sieht  eine zeitlich befristete Impfpflicht als letzte Möglichkeit zur Bekämpfung der Pandemie. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung halten die Bischöfe fest, dass sie zur konkreten Ausgestaltung des geplanten Gesetzes „kein detailliertes Votum abgeben“. Im Blick auf die Polarisierungen in der Gesellschaft werben die Bischöfe für eine „heilsame Abrüstung der Worte und Gesten“, die Bereitschaft zur Versöhnung und für das Gebet gerade im Advent.

Bischöfe bitten eindringlich, sich impfen zu lassen

Österreichs Bischöfe weisen darauf hin, dass ein breiter wissenschaftlicher Konsens die Schutzimpfung gegen Covid-19 als „unerlässlichen Beitrag“ bewerte, um Menschen vor schwerer, lebensbedrohlicher Erkrankung zu schützen. Wörtlich heißt es in der Erklärung: „Wer sich impfen lässt, schützt damit auch die öffentlichen Gesundheitssysteme vor Überlastung und all jene, die nicht wegen Corona, sondern aus anderen Gründen eine intensivmedizinische Behandlung benötigen.“ Aufgrund der wegen der Corona-Fälle angespannten Situation in den Krankenanstalten bitten die Bischöfe eindringlich, sich impfen zu lassen. 

Lesen Sie auch:

Die von der Regierung geplante temporäre gesetzliche Verpflichtung zur Impfung ist aus Sicht der Bischöfe „ein schwerwiegender Eingriff in die körperliche Integrität und Freiheit des einzelnen Menschen. Sie ist daher nur dann zulässig, wenn unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, um die Bevölkerung - im Fall der Pandemie das Gesundheitssystem und damit Menschenleben - zu schützen.“ Es liege in der Verantwortung der Regierenden zu beurteilen, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen und eine temporäre Impfpflicht das jetzt angemessene Mittel zum Schutz des Gemeinwohls ist.  DT/KAP/sba

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Soll sein Versagen nicht epidemisch werden, muss der Staat sich ehrlich machen. Dazu gehört das Eingeständnis, dass eine Impfpflicht die Pandemie nicht zu beenden vermag. Ein Kommentar.
25.11.2021, 11  Uhr
Stefan Rehder
Bald könnte in Deutschland eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus beschlossen werden. In Österreich soll sie ab Februar gelten.
09.12.2021, 07  Uhr
Stefan Rehder Stephan Baier
Themen & Autoren
Meldung Abrüstung Bischöfe Impfpflicht Pandemien Österreichische Bischofskonferenz

Kirche

Papst Benedikt XVI. bestand auf einem Priesterbild, das der Lehre der Kirche entspricht – und wurde dafür kritisiert.
24.01.2022, 11 Uhr
Regina Einig
Tagespost veröffentlicht Stellungnahme von Erzbischof Gänswein: Kardinal Ratzinger wusste nichts von der Vorgeschichte des Priesters aus dem Bistum Essen.
24.01.2022, 10 Uhr
Meldung