Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Taipeh

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen wiedergewählt

Die Demokratische Fortschrittsparte (DPP) siegt bei der Parlamentswahl mit deutlicher Mehrheit. Die Präsidentin Tsai Ing-wen übt nach ihrem Erfolg Kritik an China.
Präsidentschaftswahlen in Taiwan
Foto: Chan Kwok Shing (SOPA Images via ZUMA Wire) | Die chinakritische Präsidentin Tsai Ing-wen von Taiwan feiert ihren Sieg mit Anhängern.

Mit deutlicher Mehrheit hat die amtierende Präsidentin Taiwans, Tsai Ing-wen, bei den Präsidentschaftswahlen am 11. Januar gesiegt. Sie gewann 8,7 Millionen Stimmen (57,13 Prozent der gültig abgegebenen Stimmen). Gegenkandidat Han Kuo-yu (62) von der Nationalen Volkspartei (Kuomintang, KMT) erhielt 5,52 Millionen Stimmen (38, 61 Prozent). James Soong von der „Volksnahen Partei“ (PFP) erreichte 608.590 Stimmen (4,25 Prozent). Han Kuo-yu, der Oberbürgermeister von Taiwans zweitgrößter Stadt Kaoshiung ist, gratulierte Tsai Ing-wen zu ihrem Sieg.

China muss Gewaltdrohungen aufgeben

Gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl wurde auch das Parlament neu gewählt. Die Demokratische Fortschrittsparte (DPP) Tsai Ing-wens gewann hier erneut mit 61 von 113 Mandaten die absolute Mehrheit. Auf die KMT als größter Oppositionspartei entfielen 38 Sitze. Der Parteivorsitzende der KMT, Wu Den-yih, trat aufgrund der Wahlniederlage seiner Partei noch am Wahlabend zurück.

Lesen Sie auch:

19,3 Millionen Taiwaner waren wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,9 Prozent. Präsidentin Tsai Ing-wen wird am 20. Mai im Präsidialamt in Taipeh für ihre zweite Amtszeit vereidigt.

Nach ihrem Wahlsieg erklärte Tsai Ing-wen auf einer internationalen Pressekonferenz: „Natürlich werden wir uns auch weiterhin für die Sicherheit unseres Landes und die Verteidigung unserer Souveränität einsetzen.“ Die Vorstellungen Pekings von „Ein Land, zwei Systeme“ seien inakzeptabel.  „Frieden“, so die 63-Jährige, „bedeutet, dass China die Gewaltdrohungen gegen Taiwan aufgeben muss“. Die militärische Bedrohung durch die Volksrepublik China lasse Taiwan auch keine andere Wahl, als die eigenen Verteidigungskapazitäten zu erhöhen. Die demokratisch gewählte Regierung Taiwans lasse sich nicht durch Drohungen einschüchtern.

US-Außenminister Pompeo gratuliert

US-Außenminister Michael Pompeo gratulierte Tsai zu ihrem Wahlsieg und würdigte die Demokratie in Taiwan. Neben anderen gratulierte auch der britische Außenminister Dominic Raab. Aus dem von Heiko Maas (SPD) geführten Auswärtigen Amt in Berlin kam keine Gratulation.

DT/leh

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Auswärtiges Amt Heiko Maas Oppositionsparteien SPD Tsai Ing-wen

Weitere Artikel

Giorgia Meloni bekommt Konkurrenz von rechts: Ex-General Roberto Vannacci mischt mit seiner Partei „Futuro Nazionale“ die bisher unangefochtene Koalition der Ministerpräsidentin auf.
31.07.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die ungarische Wahl wirft trotz des klaren Ergebnisses mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Ein Gastbeitrag.
15.04.2026, 10 Uhr
Birgit Kelle
Die Volksrepublik China wird weiter darauf hinarbeiten, Taiwan früher oder später erobern zu können.
18.01.2024, 17 Uhr
Michael Leh

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser