Falls Sie noch nach einem Geburtstagsgeschenk für Donald Trump suchen und an etwas Kulturelles gedacht haben, das Erinnerungen schafft, die bleiben (an Materiellem hat der Mann ja sicher bereits alles), lassen Sie es sein. Denn der US-Präsident, der am Sonntag stolze 80 Jahre alt wird, hat sich bereits selbst kulturell beschenkt.
Auf dem Südrasen des Weißen Hauses wird zu Ehren des prominenten Jubilars eine Mixed-Martial-Arts-Show stattfinden – eine Reihe von Käfigkämpfen, für die extra eine Arena mit Tausenden von Plätzen errichtet wurde. Die Kritik an dem Spektakel ließ natürlich nicht lange auf sich warten: Bei der Finanzierung des Events, das kommerziell breit ausgeschlachtet wird, soll nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein, beklagt eine Watchdog-Gruppe.
Trump könnte der älteste US-Präsident überhaupt werden
Wer wird denn gleich so bissig sein? Da scheint es tatsächlich Leute zu geben, die Trump nicht einmal zum Geburtstag ein bisschen Spaß gönnen, wo er doch gerade ohnehin nicht allzu viel zu lachen hat. Wäre nicht sein 80. Geburtstag ein schöner Anlass, um mal etwas gnädiger mit einem der unbeliebtesten Präsidenten in der US-Geschichte umzugehen? Allein für die Tatsache, dass Trump, nun im neunten Lebensjahrzehnt angekommen, noch immer nicht den wohlverdienten Ruhestand in seiner Residenz „Mar-a-Lago“ angetreten hat, sondern weiterhin treu im Dienste des Volkes steht, hat er doch Applaus verdient.
Während der deutsche Durchschnittsbürger bereits in Schnappatmung gerät, wenn er darauf vorbereitet wird, zukünftig vielleicht sogar im biblischen Alter von 70 Jahren noch der Erwerbsarbeit nachzugehen, denkt Trump gar nicht ans Aufhören. Im Gegenteil, sogar eine dritte Amtszeit könnte er sich vorstellen. Was für ein Arbeitsethos, was für eine Hingabe für diesen Knochenjob! Hält Trump bis zum Ende dieser Amtsperiode durch, würde er sich als ältester amtierender US-Präsident in die Geschichtsbücher eintragen.
Wie unverschämt, dass zahlreiche Beobachter regelmäßig bezweifeln, dass Trump das schaffen wird. Doch die Spekulationen um seinen Gesundheitszustand sind fast so alt wie Trump selbst. Wie viele Ferndiagnostiker und Hobbymediziner haben ihn in den vergangenen Jahren schon mit einem Bein im Grab gesehen? Oder den unwiderlegbaren Beweis für den geistigen Verfall festgemacht, als Trump einmal Belgien eine „wunderschöne Stadt“ nannte? Sind nicht die dunklen Flecken an den Handrücken Zeichen einer ernsten Erkrankung? Schreitet er die Stufen zur „Air Force One“ nicht bedenklich langsam nach oben? Und in Sitzungen regelmäßig einschlafen soll er ja auch.
Noch immer donnert sein kräftiger Tenor
Bislang belehrt Trump all die Nörgler eines Besseren. Denn all das rüttelt nicht an der Tatsache, dass er noch immer performen kann. Was ja vielleicht ohnehin schon immer sein größtes Talent war, die Leute unterhalten. Nicht erst, seitdem er 2015 mit ernsthaften Ambitionen die politische Bühne betrat. Schon als Dreh- und Angelpunkt der Reality-TV-Show „The Apprentice“ sorgte der damals noch als Immobilienlöwe bekannte Trump für feinste Zerstreuung auf amerikanische Art.
Und heute? Noch immer kann Trump zweistündige Reden vor seiner Anhängerschaft halten, die sich zwar zunehmend durch das Stilmittel der Repetitio auszeichnen, aber wer will schon kleinlich sein? Sein Amtsvorgänger Joe Biden schwächelte selbst mit Teleprompter erheblich, die Stimme am Ende nur noch ein heiseres Wispern. Ganz anders donnert da Trumps kräftiger Tenor auf den Bühnen dieser Welt. Die Gerüchteküche mag zwar brodeln, doch nach außen hin gibt der Republikaner kaum Anlass, an seinen Kapazitäten zu zweifeln, Amerika auch noch in den nächsten Jahren zu alter Stärke zurückzuführen, in ein goldenes Zeitalter gar.
Was ist Trumps Rezept, dass er mit 80 Jahren scheinbar fitter wirkt als andere, fitter als Biden, fitter als Bernie Sanders (der ist aber auch schon 84), fitter als Nancy Pelosi (sogar 86). Zugegeben, er raucht nicht, er trinkt nicht. Nur den roten Knopf auf seinem Schreibtisch, bei dessen Betätigung ihm umgehend eine Dose Cola gebracht wird, hat er wieder einbauen lassen. Laut „New York Times“ trinkt Trump bis zu zwölf Dosen täglich. Aber es ist eben Cola Light, nicht das zuckrige Original. Und schon gar kein Chardonnay, kein Budweiser. Liegt darin das Geheimnis für Trumps Durchhaltevermögen?
„Exzellente Gesundheit“ bescheinigt
Gerade erst hat ihm der alljährliche Medizincheck sogar eine „exzellente Gesundheit“ bescheinigt. Was will man mehr mit 80 Jahren? Ein bisschen Gewicht könne er allerdings schon verlieren und sich etwas häufiger bewegen, schreibt Trumps Leibarzt Sean Barbarella in dem jüngst veröffentlichten Memo. Ziemlich ungeschönt kann man darin gesundheitliche Details über den US-Präsidenten lesen: etwa, dass Trump 108 Kilo wiegt und seit April 2025 gut sechs Kilo zugelegt hat. Muss wohl an den zahlreichen hochverarbeiteten Speisen liegen, die Trump so gerne konsumiert. Eine Schwäche muss man ja doch haben, wenn schon nicht Alkohol oder Tabak.
Doch eine Diät wird es nicht brauchen, denn die Kritiker des US-Präsidenten sind ja inzwischen bekanntlich so zahlreich, dass er sein Fett ziemlich schnell wegbekommen dürfte. Denn, noch einmal sei daran erinnert, es läuft gerade gar nicht rund für Donald Trump. Der Irankrieg, der den einst stolzen Isolationisten nun schon im vierten Monat beschäftigt, kann wohl getrost als Tiefpunkt seiner Präsidentschaft bezeichnet werden – die erste Amtszeit mit eingerechnet. Das Alter bringe Weisheit mit sich, heißt ja bekanntlich. Bei Trump hat man eher den Eindruck, es setze sich zunehmend das trotzige, impulsive Kind durch. Anders kann man sich sein Vorgehen im Nahen Osten kaum erklären, das ihm inzwischen auch die Unterstützung einst treuer Anhänger wie dem ehemaligen „Fox-News“-Moderator Tucker Carlson gekostet hat. Seine Partei könnte es die Mehrheiten im Kongress kosten, wenn im November die Zwischenwahlen stattfinden.
Doch Schluss mit all dem Negativen: Schließlich will niemand ständig an die eigenen Fehler erinnert werden, schon gar nicht an seinem Geburtstag. Lassen wir Trump heute mit kindlicher Begeisterung sein Käfigkampf-Spektakel genießen. Immerhin ist da alles nur Show. In diesem Sinne erheben wir die Cola-Dose und wünschen „Happy Birthday, Mr. President“.
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