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Pogrome gegen Christen in Äthiopien

In der Provinz Oromia trugen sich Massaker und blutige Vertreibungen zu.
Asfa-Wossen Asserate
Foto: Volker Danzer (imago stock&people) | Äthiopien konnte lange auf sein tolerantes Neben- und Miteinander von Christen und Muslimen verweisen, bestätigt Asserate.

Hunderte orthodoxe Christen sind seit Ende Juni in der äthiopischen Provinz Oromia ermordet, Tausende vertrieben worden. Fanatische muslimische Oromo-Extremisten wüteten offenbar teilweise unter den Augen der Polizei. Die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche berichtet in einem Appell über die Massaker: „Nur wegen ihres orthodoxen Glaubens wurden sie mit Schwertern ermordet, mit Macheten verstümmelt, mit Speeren erstochen, mit Stecken und Steinen erschlagen.“

Frauen seien vor den Augen ihrer Kinder, Väter und Ehemänner vergewaltigt worden. Ihr Eigentum sei geplündert und ihre Häuser niedergebrannt worden. Die Kirche fordert die Regierung nun auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen, die Bürger vor weiteren Attacken zu schützen und die Täter der Gerechtigkeit zuzuführen.

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Asserate kritisiert Ethnisierung Äthiopiens

Der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Asserate macht im Gespräch mit der „Tagespost“ die Ethnisierung des Landes für die Gewalttaten verantwortlich: „Wir ernten heute, was 1991 gesät wurde, als Äthiopien mit seiner neuen Verfassung zu einem Apartheidsland gemacht wurde. Äthiopien ist seither ganz offiziell eine 'ethnische Föderation'. Das ist der Ursprung allen politischen und religiösen Übels.“ Aus einem Land mit 110 Ethnien, 84 verschiedenen Sprachen und vier Religionen, in dem die Menschen über Jahrhunderte in friedlicher Koexistenz lebten, sei ein Land gemacht worden, „in dem jeder jedem nach dem Leben trachtet, und in dem jeder nur den Vorteil seiner eigenen Sippe und Ethnie sucht“.

Äthiopien konnte lange auf sein tolerantes Neben- und Miteinander von Christen und Muslimen verweisen, bestätigt Asserate: „Bis vor 20 Jahren gab es ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen. … Als dann die Wahhabiten aus Saudi-Arabien kamen, radikalisierten sie viele äthiopische Muslime, vor allem unter der Jugend.“ Federführend bei den aktuellen Ausschreitungen sei die radikale „Islamische Front für die Befreiung von Oromia“, die eine große Nähe zur nigerianischen Boko Haram und zur somalischen Al-Shabaab habe. „Neben den ethnischen Auseinandersetzungen droht nun ein religiöser Kampf, was für Äthiopien fatal wäre“, so Asserate gegenüber der „Tagespost“.  DT/sba

Lesen Sie einen ausführlichen Hintergrundbericht über die Massaker an äthiopischen Christen in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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