Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Nobelpreis für Abiy Ahmed: Äthiopien „hocherfreut und geehrt“

Der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Asserate sieht in Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed einen würdigen Träger des Friedensnobelpreises. Die Auszeichnung sei aber auch eine Herausforderung.
Abiy Ahmed erhält Friedensnobelpreis
Foto: Francisco Seco (AP) | Ob Ahmed, der seit seinem Amtsantritt im April 2018 zahlreiche Reformen anging, als Vorbild für den gesamten afrikanischen Kontinent gelten könne, müsse man noch abwarten, meint Asserate.

„Hocherfreut und geehrt“ zeigt sich der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Asserate über die Vergabe des Friedensnobelpreises an den amtierenden Ministerpräsidenten Äthiopiens, Abiy Ahmed. Im Gespräch mit der „Tagespost“ bezeichnet der Großneffe des äthiopischen Kaisers Haile Selassie die Auszeichnung als völlig verdient. „Abiy Ahmed hat viel dafür getan, das ehemalige Regime abzusetzen“, so Asserate. Sein größter Erfolg für Äthiopien und die Welt bestehe aber darin, dass er es geschafft habe, den sinnlosen Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea zu beenden.

"Man kann nicht erwarten, dass er die
großen Sünden der Vergangenheit
in eineinhalb Jahren rückgängig macht"
Asfa-Wossen Asserate

 

 

Ob Ahmed, der seit seinem Amtsantritt im April 2018 zahlreiche Reformen anging, als Vorbild für den gesamten afrikanischen Kontinent gelten könne, müsse man aber noch abwarten. „Er muss erst noch liefern. Man kann nicht erwarten, dass er die großen Sünden der Vergangenheit in eineinhalb Jahren rückgängig macht“, so der äthiopische Prinz. Zudem weist er darauf hin, dass Ahmed, der selbst protestantischer Christ ist, seine demokratische Legitimität noch erwerben müsse. Gelegenheit bietet sich nächstes Jahr, wenn wieder Wahlen stattfinden.

Das Ziel: Frieden und Brüderlichkeit für Äthiopien

Asserate sieht in der Auszeichnung gleichzeitig auch eine Herausforderung für den äthiopischen Regierungschef.  „Die Welt wird ihm von nun an auf die Finger schauen.“ Er wünsche ihm, so Asserate, „dass der Allmächtige ihn weise berät, sodass er das erreichen kann, wofür wir seit Jahrzehnten beten: ein friedliches Äthiopien, in dem verschiedene Ethnien in Brüderlichkeit und Demokratie leben“.

DT/mlu

Lesen Sie das ausführliche Interview in der kommenden Ausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Asfa-Wossen Asserate Demokratie Friedensnobelpreis Haile Selassie

Weitere Artikel

María Corina Machado erhält den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für Demokratie und Menschenrechte. Die praktizierende Katholikin sagt: „Lasst uns vertrauen, Gott ist mit uns.“
10.10.2025, 13 Uhr
José García
Ministerpräsident Abiy Ahmed zerstöre bewusst die Einheit des Landes, sagt der kaiserliche Prinz Asfa-Wossen Asserate.
14.06.2024, 09 Uhr
Stephan Baier
Äthiopien ist ein wichtiger und geschichtsträchtiger Akteur, wird jedoch zwischen Partikularinteressen aufgerieben.
01.06.2025, 13 Uhr
Michael Gregory

Kirche

Von Benedikt, Augustinus und Teresa von Ávila lernen: Der Internationale Kongress der katholischen Hochschulen Spaniens ermutigt zur pädagogischen Umkehr.
28.02.2026, 19 Uhr
Regina Einig
Die Bischöfe widersetzten sich den Bestrebungen der AfD, die Kirche zu diskreditieren, so der DBK-Vorsitzende Wilmer. Bald will er in Rom die Satzung der Synodalkonferenz anerkennen lassen.
26.02.2026, 16 Uhr
Regina Einig
Zum ersten Mal in der Geschichte sind die Gebeine des Heiligen von Assisi in seiner Heimatstadt ausgestellt. Seit Samstag kann man sie einen Monat lang verehren.
26.02.2026, 17 Uhr
Guido Horst
Vieles spricht dafür, dass sich auch in Deutschland ein stiller Aufbruch ankündigt. Für christliche Gemeinschaften kommt es darauf an, die Steilvorlage zu verwandeln.
26.02.2026, 15 Uhr
Franziska Harter