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Patzelt: CDU hat Chance zum Neuanfang verpasst

Für den Dresdner Politologen Werner Patzelt haben die Delegierten des CDU-Parteitages auf das falsche Pferd gesetzt, als sie Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Vorsitzenden gewählt haben.
Werner Patzelt über AKK
Foto: Oliver Ziebe (WDR) | Gewiss werde Kramp-Karrenbauer das Ansehen ihrer lange so erfolgreichen Vorgängerin Merkel weiter für die CDU nutzen wollen, so Werner Patzelt.

„Die CDU hat die Chance zu einem klaren Neuanfang verpasst.“ Für Werner Patzelt haben die Delegierten des CDU-Parteitages auf das falsche Pferd gesetzt, als sie Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Vorsitzenden gewählt haben. Merz habe, so erklärt der Dresdner Politikwissenschaftler im Gespräch mit der „Tagespost“, auf Wähler, die zur AfD gewandert sind, eine größere Ausstrahlungskraft. Er hätte dafür gestanden, dass der „Staat wieder die Kontrolle zurückgewinnt“ und zwar sowohl in der Währungs- und Europapolitik wie in Fragen der Zuwanderung.

Patzelt: AKK ist keine Mini-Merkel

Patzelt betont aber auch, dass es falsch sei in AKK bloß eine Mini-Merkel zu sehen. Sie sei nun in der Bewährungsprobe. Ob sie die bestehe, das würden die kommenden Wahlen zeigen, hebt Patzelt hervor. Gewiss werde Kramp-Karrenbauer das Ansehen ihrer lange so erfolgreichen Vorgängerin Merkel weiter für die CDU nutzen wollen.

Angesichts der AfD-Konkurrenz müsse sie aber verhindern, als Kopie dargestellt zu werden. „Wie gut ihr dieser Spagat gelingt, müssen wir abwarten. Merz wäre jedenfalls ein klareres Signal zum Neuaufbruch gewesen“, meint Patzelt.

AKK hat erkannt, Repräsentationslücke nach rechts schließen zu müssen

Zur Entscheidung, den Vorsitzenden der Jungen Union, Paul Ziemiak, zum neuen Generalsekretär zu ernennen, erklärt Patzelt: „AKK wird schon erkannt haben, dass die CDU die von ihr verschuldete Repräsentationslücke hin zum rechten Rand nun bald schließen muss.“ Bei entsprechenden Versuchen stünden aber Konflikte mit der Noch-Kanzlerin ins Haus.

DT/sesa

Wie schätzt er die Chancen AKKs ein, Bundeskanzlerin zu werden? Und wird die Union auch künftig die einzig verbliebene Volkspartei bleiben? Dies erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 13. Dezember 2018.

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Alternative für Deutschland Annegret Kramp-Karrenbauer CDU Junge Union

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