Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Düsseldorf

NRW-Schulministerium verteidigt Zentralrat der Muslime

Nach Kritik der Grünen in Nordrhein-Westfalen am Zentralrat der Muslime heißt es aus dem NRW-Schulministerium, dass der muslimische Dachverband konstruktiv am Aufbau eines islamischen Religionsunterrichts mitgewirkt habe.
Ditib-Moschee in Köln
Foto: Oliver Berg (dpa) | Ob der Zentralrat der Muslime auch in der dem Beirat nachfolgenden Kommission für den islamischen Religionsunterricht mitarbeiten wird, ist derzeit noch offen. Im Bild: Ditib-Moschee in Köln.

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Bildung hat das Mitwirken des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) bei der Gestaltung eines islamischen Religionsunterrichts an Schulen verteidigt. „Als Mitglied im Beirat hat der ZMD am Aufbau des islamischen Religionsunterrichts konstruktiv mitgewirkt“, hieß es aus dem NRW-Schulministerium auf Anfrage dieser Zeitung.

Fehlt es dem ZMD an Voraussetzungen für Religionsgemeinschaft?

Zuvor hatten mehrere Politiker der Grünen deutliche Kritik an dem muslimischen Dachverband geäußert. Dem ZMD fehle es an den Voraussetzungen einer Religionsgemeinschaft, erklärte beispielsweise Volker Beck, Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Universität Bochum. Ähnlich äußerte sich die religionspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, Sigrid Beer: „Es wird deutlich, dass der ZMD ein organisatorischer Zusammenschluss ist und keine Religionsgemeinschaft im Sinne des Verfassungsrechts.“

Ob der Zentralrat der Muslime auch in der dem Beirat nachfolgenden Kommission für den islamischen Religionsunterricht mitarbeiten wird, sei derzeit noch offen, hieß es aus dem nordrhein-westfälischen Schulministerium weiter. Die Gespräche mit allen in Frage kommenden Verbänden würden derzeit noch laufen, teilte man der „Tagespost“ mit.

Lesen Sie auch:

Keine aktuelle Liste über vollständige Mitgliederzahlen

Der Kritik der Grünen zugrunde liegt die Antwort der hessischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei zu Mitgliedschaften und Mitgliederorganisationen im Zentralrat der Muslime. Darin erklärte Nordrhein-Westfalens CDU-Innenminister Herbert Reul, dass keine aktuelle Liste über den vollständigen Mitgliederbestand des Zentralrats vorliege.

Gleichzeitig räumte Reul ein, dass die „Deutsche Muslimische Gemeinschaft“ (DMG) in Nordrhein-Westfalen aufgrund ihrer Verbindung zur Muslimbruderschaft durch den Verfassungsschutz beobachtet werde. Die DMG lässt ihre Mitgliedschaft im Zentralrat derzeit allerdings ruhen. Der ZMD selbst sei kein Beobachtungsobjekt, so Reul.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Herbert Reul Religionsunterricht Religiöse Gemeinschaften Ruhr-Universität Volker Beck Zentralrat der Muslime in Deutschland

Weitere Artikel

In Niedersachsen gibt es ein neues Schulfach: „Christlicher Religionsunterricht“. Das sagen Experten.
26.03.2026, 17 Uhr
Sebastian Sasse
Niedersachsens Reformpläne verwässern den Religionsunterricht weiter. Doch der will schon seit der Würzburger Synode keine klassische Glaubensunterweisung mehr sein.
11.03.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch

Kirche

Donald Trump knüpft ikonografisch an das mittelalterliche Königtum an und wirft Papst Leo XIV. vor, als schlechter Politiker zu agieren. Ein bedeutungsschweres Missverständnis.
13.04.2026, 18 Uhr
Franziska Harter
PLeo XIV. hat den zentralen Termin seiner Spanienreise bestätigt. Zugleich rückte er die spanischen Märtyrer des 20. Jahrhunderts als Vorbilder des Glaubens in den Mittelpunkt.
13.04.2026, 16 Uhr
José García
Leo sei nur Papst, weil er selbst US-Präsident sei: So sieht Donald Trump sein Verhältnis zum Pontifex. Das geht auch Bischof Robert Barron zu weit. Chronik eines (einseitigen) Konflikts.
13.04.2026, 16 Uhr
Franziska Harter
„Unsere bevorzugten Brüder“: Vor 40 Jahren öffnete Papst Johannes Paul II. das Tor zu einer neuen Ära der christlich-jüdischen Beziehungen.
13.04.2026, 14 Uhr
Henry C. Brinker