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Missbrauchsbericht enthält nach Ansicht katholischer Intellektueller schwere Fehler

Acht Mitglieder der Katholischen Akademie von Frankreich heben in einer Untersuchung schwere methodische Fehler in dem von der Unabhängigen Kommission erstellten Bericht über sexuellen Missbrauch in der Kirche hervor.
Kathedrale Notre-Dame
Foto: Elko Hirsch (dpa) | Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche in Frankreich - eine Analyse stellt im Sauvé-Bericht enthaltene „fehlerhafte und widersprüchliche Methodik“ fest.

Französische Medien wie der Figaro und La Nef berichten über eine kritische Analyse des Berichtes der Unabhängigen Kommission über die sexuellen Missbräuche in Frankreich (auch als „Rapport Sauvé“ nach dem Vorsitzenden der Kommission bezeichnet). Auf 15 Seiten prangert die Analyse die im Sauvé-Bericht enthaltene „fehlerhafte und widersprüchliche Methodik“, „die schwerwiegenden Mängel“, den „Mangel an wissenschaftlicher Genauigkeit“, die „Feindseligkeit gegenüber der Kirche“, die „Verzerrungen“ sowie die „ideologische Voreingenommenheit“ an.
Die auf den Webseiten vom Figaro und von La Nef abrufbare Analyse ist von acht prominenten Mitgliedern der Katholischen Akademie in Frankreich unterzeichnet, darunter befinden sich renommierte Juristen wie auch der Philosoph Pierre Manent. Die Untersuchung wurde nach Rom geschickt.

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Schock durch Ergebnisse

Im November 2018 wurde die Arbeit der CIASE (Commission indépendante sur les abus sexuels dans l’Église) und deren Bericht vom französischen Episkopat finanziert, „um Ursachen und Ausmaß der innerhalb der katholischen Kirche begangenen sexuellen Missbräuche zu erfassen und Lösungsstrategien für die institutionelle Aufarbeitung zu empfehlen“, heißt es im Figaro. Die am 5. Oktober 2021 veröffentlichten Untersuchungsergebnisse hätten zu einem „Schock“ geführt aufgrund der „geschätzten“ 330.000 Opfer der Priester oder Laien, die zwischen 1950 und 2020 für die Kirche tätig gewesen seien. Aber auch ein „systemischer“ Charakter dieser Missbräuche stand im Fokus des Berichts.

Mängel im Gutachten

Die Kritik der acht Intellektuellen nun enthalte laut Figaro drei wesentliche Punkte. Zunächst „die statistische Methodik. Sie hat die Sauvé-Kommission dazu geführt, von 171 tatsächlich befragten Personen, die - auf Basis einer Internet-Umfrage ohne jegliche Überprüfung der angeprangerten Sachverhalte - bestätigten, Opfer eines Priesters oder katholischen Laien gewesen zu sein, zu der erstaunlichen ‚Schätzung‘ von 330.000 Opfern zu gelangen“.

Die Unterzeichner der kritischen Analyse wandten sich darüber hinaus den „Vorurteilen“ „ideologischer“ Natur gegen die katholische Theologie zu. Diese ließen eine „Feindseligkeit“ sowie eine tiefgreifende Unkenntnis der Kirche seitens des CIASE-Teams erkennen, das den Missbrauchsbericht erstellte. Sodann widmen sich die acht Mitglieder der Katholischen Akademie Frankreichs einer juristischen Untersuchung in Bezug auf die „kollektive Verantwortung“ der Kirche angesichts dieses angeblich „systemischen“ Phänomens. Sie werfen der Kommission Sauvé vor, so der Figaro weiter, „die den Opfern geschuldete ‚Solidarität‘ mit der ‚Verantwortung‘ der Bischöfe zu verwechseln. Sie greifen zudem eines der zentralen juristischen Argumente an, das von Jean-Marc Sauvé selbst verteidigt wurde: ‚Die Haftung für das Verschulden eines anderen‘, wodurch ermöglicht wird, die katholische Kirche zur umfassenden rechtlichen Haftung für die von Priestern begangenen Missbräuchen heranzuziehen“. Der Einwand der Unterzeichner stütze sich dabei vor allem auf die aktuelle Rechtsprechung.

Eine Diskussion

Keinesfalls handelten die acht Persönlichkeiten im Namen der Katholischen Akademie von Frankreich, stellt der Figaro klar. 2008 von Laien gegründet, versammelt sie katholische Intellektuelle – französische Wissenschaftler aus allen Wissensgebieten – um zu einem Meinungsaustausch anzuregen. Pierre Manent, Mitunterzeichner der kritischen Analyse, antwortete auf Nachfrage des Figaro, dass das Untersuchungsteam des Missbrauchsberichts seine Aufgabe nur „unzureichend oder sogar in unverhohlen fragwürdiger Weise umgesetzt hat. Wir eröffnen die Diskussion. Wir akzeptieren nicht, dass die Kommission, die ihre eigene Unfehlbarkeit verkündet, beansprucht, die Kirche unter ihre Vormundschaft zu stellen“. DT/ks

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