Berlin

Mehrheit der Deutschen für Fall des Verbots der „Tötung auf Verlangen“

YouGoV-Umfrage: Zustimmung zum ärztlich assistierten Suizid nimmt weiter zu. Fast drei Viertel der Befragten befürworten eine Legalisierung der „Tötung auf Verlangen“.
Tötung auf Verlangen
Foto: Patrick Seeger (dpa) | 2019 sprachen sich „nur“ 67 Prozent für eine Legalisierung der „Tötung auf Verlangen“ aus.

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet die Legalisierung der „Tötung auf Verlangen“. Das ist eines der Ergebnisse, die das Meinungs- und Marktforschungsunternehmen YouGov Ende April unter 2.057 Personen im Rahmen einer repräsentativen Online-Umfrage erhob. Gefragt hatte YouGov: „Die sogenannte ,aktive Sterbehilfe‘ ist in Deutschland verboten. Sie beschreibt die aktive Verabreichung tödlich wirkender Mittel und ist als ,Tötung auf Verlangen‘ strafbar. Befürworten Sie eine Legalisierung dieser ,aktiven Sterbehilfe‘ oder lehnen Sie diese ab?“ YouGov zufolge befürworteten fast Dreiviertel der Befragten (72 Prozent) eine Legalisierung der „Tötung auf Verlangen“ (§ 216 StGB). 18 Prozent lehnten dies ab. Zehn Prozent zeigten sich unentschieden oder machten keine Angaben.

Zustimmung zum ärztlich assistierten Suizid steigt auf 75 Prozent

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2019 hatte das Unternehmen die Einstellungen der Deutschen zur „Tötung auf Verlangen“ und dem ärztlich assistierten Suizid schon einmal erfragt. Damals sprachen sich „nur“ 67 Prozent für eine Legalisierung der „Tötung auf Verlangen“ aus. 17 Prozent lehnten sie ab. Genauso viele zeigten sich damals unentschieden oder machten keine Angaben.

Die Zustimmung zum ärztlich assistierten Suizid stieg der Umfrage zufolge von 69 Prozent (2019) im selben Zeitraum um sechs Prozentpunkte auf 75 Prozent. 

Einstellung zu Hospizen und Palliativmedizin nicht abgefragt

Dagegen unterstützten lediglich 49 Prozent die Aufhebung des vom Bundesverfassungsgericht im vergangenen Jahr für verfassungswidrig erklärten Verbots der „geschäftsmäßigen“, das heißt auf Wiederholung angelegten „Beihilfe zur Selbsttötung“. 21 Prozent lehnten die Aufhebung des Verbots ab. 31 Prozent zeigten sich unentschieden oder machten keine Angaben. 2019 war danach nicht gefragt worden. Nicht gefragt hatte YouGov nach der Einstellung der Deutschen zur Hospiz- und Palliativversorgung. Deren Existenz und Möglichkeiten spielten bei der Befragung keine Rolle.  DT/reh

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