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Makabre Weltmachtspiele

Ohne internationales Krisenmanagement werden die ineinander verknoteten Konfliktparteien in Nahost nicht mehr aus der Eskalationsspirale finden. Doch die Weltpolitik ist mit anderem überfordert.
Israelischer Luftangriff auf Beirut
Foto: IMAGO/Fadel Itani (www.imago-images.de) | Mit einem Luftschlag gegen die libanesische Hauptstadt Beirut wollte Israel einen hochrangiagen Hisbollah-Kommandanten ausschalten.

Die Zeichen in Nahost stehen auf Sturm. Längst sind es nicht mehr bloße militärische Nadelstiche, die sich die Konfliktparteien zufügen – Israel auf der einen, die vom Iran dirigierte „Achse des Widerstands“ auf der anderen Seite. Schmerz und Leid, Verbitterung und Vergeltungsbereitschaft wachsen auf beiden Seiten. Der Hass, der da heranwächst, vergiftet Generationen.

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Die Gefahr eines Regionalkrieges, der mehrere nahöstliche Länder in den Abgrund ziehen könnte, ist unmittelbar gegeben. Noch glauben die Akteure in Israel und im Iran, die Hand an den Stellschrauben zu haben, doch das ist eine gefährliche Illusion in diesem leicht entflammbaren Winkel der Welt.

Moskau und Peking kommt die Eskalation gelegen

In weltpolitisch normaleren Zeiten würden angesichts der dramatischen Eskalation längst all die sprichwörtlichen „roten Telefone“ genutzt. Die Mächtigen in Washington, Moskau und Peking, vielleicht auch noch in London, Paris und Brüssel würden in diskreten Gesprächen möglichst unsichtbar und leise versuchen, das sich ausbreitende Feuer auszutreten. Jedoch, wir leben nicht in normalen Zeiten.

Die USA sind trotz der emsigen diplomatischen Reisetätigkeit von Außenminister Blinken ganz mit der bevorstehenden Präsidentschaftswahl beschäftigt; London hat einen politischen Führungswechsel gerade hinter sich; Paris steckt mitten drin. Die EU versucht wider all die wilden Orbániaden irgendwie ihre Einigkeit in der Unterstützung der Ukraine zu bewahren; Berlin ist längst unter der weltpolitischen Wahrnehmungsschwelle.

Den Akteuren in Moskau und Peking jedoch scheint die Eskalation in Nahost gelegen zu kommen: Sie lenkt die Öffentlichkeit, die Weltpolitik und deren militärische Aufmerksamkeit von Putins Eroberungs- und Zerstörungskrieg in der Ukraine ab; sie stärkt den mit Russland verbündeten Iran; sie dokumentiert zudem den Verfall des amerikanischen Einflusses und zementiert die Weltmachtrolle Chinas, das auch im Orient eine immer aktivere Rolle spielt. Ein makabres, mörderisches Spiel um Macht und Weltmachtrollen.

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Stephan Baier Wladimir Wladimirowitsch Putin

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