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Leihmutterschaft macht's möglich: Jens Spahn im Babyglück

Vaterfreuden, Wählerleid: Offiziell ist die CDU gegen Leihmutterschaft. Dass ihre Spitzenpolitiker sich darum privat nicht scheren, ist, gelinde gesagt, schwierig.
Bioethikkorrespondent Stefan Rehder, Daniel Funke, Jens Spahn
Foto: DT / IMAGO / Nordphoto | Vater und Spitzenpolitiker: Daniel Funke und Gatte Jens Spahn. Funke soll biologischer Vater des Kindes sein.

Sie haben es wieder getan. Nach dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), und Gatte Paul Zubeil haben jetzt auch Unions-Fraktionschef Jens Spahn und Gatte Daniel Funke, der als genetischer Vater gilt, die Geburt eines von einer Leihmutter ausgetragenen und in den USA geborenen Sohnes vermeldet.

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„Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht. Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: ‚Der liebe Gott freut sich über jedes Kind‘“, zitierte heute die Bild-Zeitung aus einer Nachricht, die Spahn und Funke an enge Freunde und Kollegen aus den USA verschickt haben sollen, wo sie sich derzeit aufhielten.

Beckenbauer v. Papst

Nichts gegen Franz Beckenbauer. Möge der Kaiser auch weiterhin in Frieden ruhen. Aber wenn es darum geht, worüber der liebe Gott sich freut, so war die maßgebliche Autorität für Katholiken bislang stets der Papst in Rom und nie der Kaiser, ganz gleich, wo dieser residierte. Und die Päpste haben die Leihmutterschaft – seit es sie gibt – nun einmal stets abgelehnt.

Erst Anfang des Jahres hatte auch Papst Leo XVI. bei seiner Neujahrsansprache an das Diplomatische Korps die Praxis der Leihmutterschaft verurteilt. Vor den versammelten, beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschaftern sagte der Pontifex, Leihmutterschaft verletze „durch die Umwandlung der Schwangerschaft in eine verhandelbare Dienstleistung sowohl die Würde des zu einem ‚Produkt‘ reduzierten Kindes als auch der Mutter, indem sie deren Leib und den Prozess der Fortpflanzung instrumentalisiert und das ursprüngliche Beziehungsgefüge der Familie entstellt“.

Erschwerend kommt hinzu: Mit ihrer Kritik an der Leihmutterschaft sind die Päpste keineswegs allein. Die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Kinder, Reem Alsalem, betrachtet Leihmutterschaft gar als eine neue Form des Menschenhandels und der Sklaverei. In ihrem Ende letzten Jahres vorgelegten Report fordert sie denn auch einen internationalen Aktionsplan gegen den globalisierten Leihmutterschaftshandel.

Leihmutterschaft ist in Deutschland gesetzlich verboten

Doch damit nicht genug: Leihmutterschaft ist hierzulande durch das Embryonenschutzgesetz gesetzlich verboten. Mehr noch: Mit ihren Leihmutterschaft-Arrangements setzen sich Spahn und Streeck auch noch über die Beschlusslage der eigenen Partei hinweg. Auf dem Bundesparteitag der CDU in Stuttgart nahmen die Delegierten Ende Februar einen Antrag an, der lautet: „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung, Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern. Leihmutterschaft bleibt damit uneingeschränkt verboten, unabhängig von der Motivation und unabhängig von der Möglichkeit der Eizellspende. Es wird ausdrücklich verhindert, dass in Deutschland kommerzielle oder neutrale Modelle entstehen, die Leihmutterschaft zu einem Geschäftsmodell machen.“

Und wie will der Staat eigentlich von Bürgern Gesetzestreue verlangen, wenn führende Politiker die Gesetze, die im Inland gelten, im Ausland umgehen? Dass Unionswähler das an der Urne mehrheitlich goutieren werden, sollte die CDU jedenfalls besser nicht erwarten.

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Stefan Rehder CDU Embryonenschutzgesetz Jens Spahn Lebensschutz Leihmütter

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