Die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) teilt mit, was sich seit Monaten abzeichnet: Sie braucht eine neue Leitung. Was Gegner der Hochschule nun mit unverhohlener Sensationslust hochkochen, ist in Wirklichkeit alles andere als überraschend.
So hatte der Geschäftsführer Dominik Heringer bei öffentlichen Veranstaltungen der Hochschule auch vor Spendern nicht verschwiegen, welcher Zeitaufwand mit der ungewöhnlichen Ämterkonstellation verbunden ist. Kein effizientes Backoffice ändert etwas daran, dass ein frischgebackener Lehrstuhlinhaber – Heringer hat den Lehrstuhl seit 2024 – in einem so publikationsintensiven Fach wie Kirchengeschichte die Hände für die klassische Lehr- und Forschungstätigkeit frei haben muss. Alles andere wäre auf Dauer auch nicht im Interesse der Hochschule, der Beobachter in puncto Transparenz Luft nach oben bescheinigen.
Ein schwerer Schlag: der Weggang von Elmar Nass
Einen Sonderfall stellte die Kanzlerin dar, die sich während ihrer Amtszeit auf den Abschluss ihrer Promotion konzentrierte. Dass die Kanzlerin einer Hochschule, an der die Ausbildung von Laien eine zentrale Rolle spielt, auf Dauer eine stärkere öffentliche Rolle als weibliches Gesicht der Hochschule einnehmen muss als die medienscheue Nina Jungblut, liegt auf der Hand.
Spätestens nach dem Rückzug des kommunikationsstarken Prorektors Elmar Nass war klar, dass sich in der Leitungsriege mittelfristig etwas tun würde. Für die Hochschule ist der Weggang von Nass ein schwerer Schlag, ohnehin ist die turbulente Startphase an der Mannschaft nicht spurlos vorübergegangen. Noch immer wartet die Öffentlichkeit auf entscheidende Antworten, etwa bezüglich der Priesterausbildung.
Dass Ohly die Energie und Kommunikationsstärke hat, um die Hochschule in den nächsten Jahren voranzubringen, haben Freunde und Förderer der KHKT bezweifelt. Jetzt kann die Hochschule, die ein Hoffnungsträger für viele Studenten ist, die Weichen neu stellen.
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