Kommentar um "5 vor 12"

Lauterbach will vierte Corona-Impfung durch die Hintertür

Die Ampel-Regierung legt umstrittene neue Corona-Regeln vor.
Lauterbach
Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa) | Der Gesundheitsminister hat den Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz vorgestellt. Der Minister plant eine vierte Impfung durch die Hintertür.

Sie sollen vom 1. Oktober bis zum 7. April kommenden Jahres gelten: Die neuen Corona-Regeln der Bundesregierung, die am Mittwoch gemeinsam von Gesundheitsminister Karl Lauterach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) vorgestellt worden sind.

Ideologie statt medizinischer Sachverstand

Doch so sehr sich gerade Justizminister Buschmann darum bemüht, die angeblich mäßigende Handschrift der FDP bei den „verhältnismäßigen“ neu angedachten Corona-Regeln für den Winter herauszustellen, dürften nach Kenntnisnahme des geplanten Maßnahmenkatalogs sowohl in vielen Branchen als auch bei nicht wenigen normalen Bürgen die Alarmglocken schrillen. 

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Denn: Zwar soll es weder Lockdowns noch Schulschließungen in den kommenden Monaten geben, doch in Bars, Restaurants, Kinos, Theatern und anderen Freizeiteinrichtungen können die Länder laut den Ampel-Plänen wieder ab Oktober Maskenpflicht anordnen - alternativ sollen Besucher auch einen Negativ-Test oder einen Genesenen- oder Impf-Nachweis vorlegen, der (man höre und staune) vom 1. Oktober an maximal drei Monate alt ist.

Heißt im Klartext: Auch Geboosterte – also Menschen, die bislang entweder freiwillig oder um schlicht und ergreifend uneingeschränkt am öffentlichen Leben teilnehmen zu können sich dreifach gegen Corona haben impfen lassen – bräuchten einen weiteren „Piks“. Das Problem ist nur: Eine vierte Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (StiKo) bisher nur für Menschen über 60 und medizinisches Personal empfohlen – somit setzt sich die Ampel-Koalition über die Empfehlungen des hierzulande maßgeblichen Expertengremiums und den gegenwärtigen medizinischen Stand der Corona-Dinge hinweg.

SPD, Grüne und FDP riskieren den Ruin zahlreicher Branchen

Lauterbachs Kalkül: Die StiKo wird sich bis zum Herbst schon noch bewegen – vor allem wenn er und andere „Zero Covid“-Gesinnungsgenossen genug medialen Druck auf diese ausgeübt und so große Ängste innerhalb der Bevölkerung vor einem (bislang nie stattgefundenen) Kollaps des Gesundheitssystems geschürt haben, dass eine Umfragemehrheit pro vierter Corona-Impfung rechtzeitig vor Beginn des Corona-Winters dem Gesundheitsminister und Talkshow-Dauergast scheinbar rechtgeben wird. Und dem Minister wird bereits im vorauseilenden Gehorsam entgegengearbeitet: Schon jetzt sollen beispielsweise Ärzte in der Region Hannover, die sich strikt an die Empfehlung der Impfkommission halten, künftig von Aufträgen ausgeschlossen sein

Fazit: Nicht nur Gastronomen oder Künstler, die immer noch mit den Folgen der bisherigen Corona-Maßnahmen zu kämpfen haben und bei weitem noch nicht wieder umsatztechnisch an den Vor-Pandemie-Zustand anknüpfen konnten, dürfte vor dem kommenden Corona-Winter grauen.

Auch zahlreiche Menschen, die bislang durchaus gutwillig vielen sich im Nachhinein als nicht nur unsinnig, sondern sogar als vollkommen kontraproduktiv erwiesenen Corona-Regeln der Bundesregierung gefolgt sind, werden sich aller Voraussicht nach einer vierten Impfung verschließen – und zum Leidwesen zahlreicher Branchen gewissermaßen „mit den Füßen abstimmen“ und zuhause bleiben, anstatt essen zu gehen oder ein Theater zu besuchen. Für zahlreiche auf Besucher und Gäste angewiesene Branchen dürfte dies den Todesstoß bedeuten. Dies hat dann allerdings nicht nur der Ideologe im Ministergewand Lauterbach zu verantworten, sondern auch die nun mit in der Regierung sitzende FDP.

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