Die Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten (USCCB) lädt die Gläubigen ein, die jährliche Novene „9 Tage für das Leben“ (9 Days for Life) zur Verteidigung des ungeborenen Lebens zu beten. Die neuntägige Gebetsinitiative, die vom USCCB-Sekretariat für Pro-Life-Aktivitäten getragen wird, beginnt am Freitag, 16. Januar, und endet am 24. Januar 2026. Sie steht in einem besonderen Januar-Kontext der kirchlichen Pro-Life-Arbeit und ist eng verbunden mit dem „Tag des Gebets für den rechtlichen Schutz ungeborener Kinder“ am 22. Januar, den die Bischöfe als einen Tag des Gebets und der Buße hervorheben.
Die US-Bischöfe fördern diese Novene seit 2013 – damals zum Gedenken an den 40. Jahrestag des Urteils „Roe v. Wade“ (22. Januar 1973), durch das Abtreibungen in den USA landesweit legalisiert wurden. Die Bischöfe erinnern daran, dass infolge dieser Entscheidung „Millionen von Kindern ihr Leben verloren“ hätten und viele Frauen und Familien verletzt worden seien. Auch wenn der Oberste Gerichtshof 2022 mit dem Urteil „Dobbs v. Jackson“ die Entscheidung Roe v. Wade aufgehoben und die Zuständigkeit für Abtreibungsregelungen wieder an die einzelnen US-Staaten zurückgegeben hat, betonen die Bischöfe, dass weiterhin beharrliche Anstrengungen nötig seien, um Kinder und ihre Mütter vor der Tragödie der vorgeburtlichen Kindstötungen zu schützen.
Bitte um ein Ende der Abtreibung
Im Zentrum der Novene steht die Bitte um ein Ende der Abtreibung. Zugleich greift jeder Tag ein konkretes Anliegen auf: Gebetet wird etwa für Mütter und Väter, für Menschen, die unter den Folgen einer Beteiligung an Abtreibungen leiden, für Verantwortliche des öffentlichen Lebens und für alle, die sich im Lebensschutz engagieren.
Die Tagesstruktur ist bewusst einfach gehalten und verbindet Gebet und geistliche Vertiefung mit einem praktischen Impuls: Auf die jeweilige Intention folgen feste Gebete (Vaterunser, drei Ave Maria und ein Ehre sei dem Vater), eine kurze Meditation und eine „Wiedergutmachungs“-Anregung. So etwa die Bitte, dass jeder Mensch, der unter seiner Beteiligung an einer Abtreibung leidet, in Christus Vergebung, Hoffnung und Heilung finde – verbunden mit der Einladung, ein Rosenkranzgeheimnis für Väter ungeborener Kinder zu beten. Unter der Rubrik „ein Schritt weiter“ kommen schließlich Hinweise, wie man das Anliegen konkret vertiefen kann, zum Beispiel durch Information über Zusammenhänge wie Armut und Abtreibung.
Der 22. Januar hat dabei ein besonderes Gewicht. Die Bischöfe haben ihn als „besonderen Tag des Gebets und der Buße“ bestimmt. In den Diözesen der Vereinigten Staaten soll er als Tag begangen werden, an dem für die vollständige Wiederherstellung des rechtlichen Schutzes des Lebens gebetet und Buße für Verletzungen der Menschenwürde durch Abtreibung getan wird.
Gottesdienste, Fasten oder Verzicht auf Fleisch
Zur Gestaltung empfehlen die Bischöfe unter anderem die Teilnahme an der Messe, Fasten oder den Verzicht auf Fleisch, das Gebet des Rosenkranzes oder der Barmherzigkeitsandacht sowie ein Gebet für das Leben vor dem Allerheiligsten Sakrament. Liturgisch sieht die „Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch“ (GIRM) für diesen Tag entsprechende Feiern vor – etwa eine Messe zur Danksagung für das Geschenk des menschlichen Lebens oder eine Messe für die Bewahrung von Frieden und Gerechtigkeit.
Interessierte können sich hier anmelden, um die täglichen Impulse per E-Mail oder SMS zu erhalten; die Novene ist sowohl auf Englisch als auch auf Spanisch verfügbar. Zusätzlich stellt die USCCB umfangreiche Materialien bereit – von Handouts und Vorlagen bis zu Ressourcen für Verantwortliche in Pfarreien, Schulen und Seelsorgeeinrichtungen, die die Novene gemeinschaftlich beten, bewerben und weitergeben möchten. DT/jg
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