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Kyrill betet für Putins Sieg

Moskauer Patriarch unterstellt dem Westen, Russland beseitigen zu wollen. Bartholomaios rät Kyrill zum Amtsverzicht.
Patriarch Kyrill weiht Kathedrale in Nischni Nowgorod ein
Foto: IMAGO/Oleg Varov (www.imago-images.de) | In einer Predigt machte Kyrill am Sonntag neuerlich den Westen, dem er „böse Absichten gegenüber Russland“ unterstellte, für den Krieg verantwortlich.

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill Gundjajew hat zum Gebet für die russische Armee und für den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen, ja „für all jene, von denen der Ausgang der Schlacht, in die wir gegen unseren Willen eingetreten sind, wirklich abhängt“. In einer Predigt machte Kyrill am Sonntag neuerlich den Westen, dem er „böse Absichten gegenüber Russland“ unterstellte, für den Krieg verantwortlich: „Einige glauben, dass die Zeit gekommen ist, in der Russland beseitigt werden kann.“

Bartholomaios: Kyrill sollte besser zurücktreten

Der Grund dafür ist nach Ansicht des Oberhauptes der russisch-orthodoxen Kirche, dass „Russland eine alternative Sicht auf die Welt, auf Gott, auf den Menschen“ habe. Diese Sicht passe nicht „in den Rahmen dieses programmierten Systems, das Gott aus dem Leben der Menschen ausschließt“. Deshalb sei Russland „für viele ein Dorn im Auge“. Die aktuelle Auseinandersetzung sei „nicht nur eine weitere Militärkampagne“. Kyrill betete in seiner Predigt ausdrücklich für den Sieg „unserer Armee“, damit „jeder mörderische Streit auf dem Land des historischen Russlands und jede Invasion fremder Stämme aufhören“.

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Im Gegensatz dazu meinte der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios, gegenüber dem amerikanischen Nachrichtenportal „The Pillar“, es wäre besser für Kyrill, zurückzutreten, als den Krieg zu unterstützen. „Was für uns noch schmerzlicher ist, ist die Tatsache, dass das Moskauer Patriarchat so weit gekommen ist, sich den politischen Ambitionen der Russischen Föderation zu unterwerfen, diese gewaltsame Invasion und das ungerechtfertigte Blutvergießen zu unterstützen und zu segnen.“ Er selbst habe „Aggression und Gewalt wiederholt verurteilt“ und brüderlich an den Patriarchen von Moskau appelliert, seine Position von politischen Verbrechen zu trennen, selbst wenn dies bedeute, dass er von seinem Amt zurückzutreten müsse, so das Ehrenoberhaupt der globalen Orthodoxie.  DT/sba

Lesen Sie einen ausführlichen Hintergrund zur Lage der Orthodoxie in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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