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Bartholomaios widerspricht Patriarch Kyrill

Putins Krieg gegen die Ukraine sei „unheilig und diabolisch“, sagt das Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxie im Gespräch mit der „Tagespost“ in Istanbul.
Bartholomaios I., Ökumenische Patriarch von Konstantinopel
Foto: episkopat.pl (KNA)

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios, ist als Ehrenoberhaupt der weltweiten Orthodoxie ein Mann der leisen Töne. Umso schärfer wirkt seine Distanzierung vom Moskauer Patriarchen Kyrill: Er verurteile den Krieg Russlands gegen die Ukraine und sei „traurig über die Position von Patriarch Kyrill“, sagte Bartholomaios am Sonntag im exklusiven Gespräch mit der „Tagespost“ und der österreichischen katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“ in Istanbul.

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Besonders schockiert zeigt sich der Ökumenische Patriarch von einer Predigt, die Kyrill vor einer Woche in Moskau hielt. Darin zog Kyrill eine Parallele zwischen den in der Ukraine gefallenen russischen Soldaten und dem Opfertod Christi am Kreuz, und erklärte, durch das Lebensopfer dieser Soldaten seien ihnen alle ihre Sünden vergeben. Patriarch Bartholomaios meinte dazu wörtlich: „Was er zuletzt gesagt hat, nämlich dass all jene, die in diesem Krieg sterben, unmittelbar als Märtyrer in das Reich Gottes kommen, das ist etwas, was nicht der orthodoxen Lehre entspricht.“

Ein diabolischer Krieg

Er sei sehr traurig darüber, dass der Patriarch von Moskau ganz einig geworden sei mit Präsident Wladimir Putin. Patriarch Kyrill spreche von einem „heiligen Krieg“, so Patriarch Bartholomaios. Und weiter: „Ich aber nenne ihn einen unheiligen Krieg und diabolisch.“

Patriarch Bartholomaios erinnerte im Gespräch mit „Tagespost“ und „Kathpress“ an seinen Besuch in Polen, wo er ukrainische Flüchtlinge getroffen hatte. Insbesondere die Begegnungen mit den Waisenkindern hätten ihn tief berührt. „Millionen von Ukrainern sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.“ Bartholomaios betonte: „Das ist ein unbegründeter Krieg.“

Ukrainer wollen Kyrills Verurteilung

Persönlich sei er sehr traurig über den aktuellen Zustand der Beziehungen zwischen den Patriarchaten von Konstantinopel und Moskau, die von russischer Seite abgebrochen wurden. In der Liturgie des Ökumenischen Patriarchats werde auch Patriarch Kyrill weiterhin ins Gebet eingeschlossen, „obwohl der Metropolit der Ukraine, Epifanij, uns gebeten hat, dass wir ein Panorthodoxes Konzil einberufen, damit wir den Patriarchen Kyrill verurteilen“.  DT/sba

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die Positionierungen von Patriarch Bartholomaios und die Kirchen in Istanbul in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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