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Kurdistan ist für Christen sicher

Die christlichen Iraker brauchen mehr Unterstützung aus dem Westen.
Die renovierte chaldäisch-katholische Kirche von Um al-Mauna
Foto: IMAGO/Ismael Adnan (www.imago-images.de) | Die renovierte chaldäisch-katholische Kirche von Um al-Mauna im irakischen Mosul. Von den über 100.000 Christen, die 2014 vor dem IS aus Mosul und der angrenzenden Ninive-Ebene fliehen mussten, ist bislang nur ein ...

Die Autonome Region Kurdistan im Norden des Irak bemüht sich, für die christliche Minderheit ein sicherer Hafen zu sein. Die Christen würden als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft gesehen, versicherte Ano Jahwar Abdoka, der einzige christliche Minister in der Regierung der Autonomen Region Kurdistan bei der Jahrestagung der „Initiative Christlicher Orient“ (ICO) in Salzburg. Für ihn sei Kurdistan der sicherste Ort für Christen im Nahen Osten, so Abdoka. Dennoch bräuchten die Christen mehr Unterstützung und Solidarität aus dem Westen.

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Schon vor dem Aufkommen der Terrororganisation IS war die Lage für die christliche Minderheit schwierig, so Minister Abdoka. Zwischen 2004 und 2012 wurden mehr als 1.000 Christen wegen ihres Glaubens von islamistischen Fundamentalisten ermordet; im Jahr 2008 auch zahlreiche Geistliche. Mehr als 100 Kirchen seien zerstört oder geschändet worden. Von den über 100.000 Christen, die 2014 vor dem IS aus Mosul und der angrenzenden Ninive-Ebene fliehen mussten, sei bislang nur ein Drittel zurückgekehrt. Ein Drittel lebe in der Region Kurdistan, ein Drittel sei ausgewandert.

Nur noch 400.000 Christen im Irak

Im Parlament der kurdischen Autonomieregion gebe es einige für Christen reservierte Sitze, dazu wurde eine eigene Behörde für die Angelegenheiten der Christen geschaffen. Es gebe 50 staatliche aramäisch-sprachige Schulen, die von 6.700 christlichen Kindern besucht werden. Die Christen seien auch insofern gut in Kurdistan integriert, als es einige tausend Männer gebe, die bei den kurdischen Peshmerga-Truppen dienten. Der Minister wies darauf hin, dass es im Nordirak auch einige kleinere christlichen Milizen gibt, diese hätten aber wenig Bedeutung. Die Christen als eigenen Gruppen hätten keine militärische Stärke.

Lebten bis 2003, als Saddam Hussein von den USA und ihren Verbündeten gestürzt wurde, noch bis zu 1,5 Millionen Christen im Irak, so sind es heute nach den optimistischsten Schätzungen nicht mehr als 400.000. 90 Prozent davon leben im Nordirak, in Kurdistan oder der westlich davon gelegenen Ninive-Ebene. In der irakischen Hauptstadt Bagdad sollen noch 40.000 Christen leben. 

Salzburgs Erzbischof Franz Lackner verwies bei der Tagung auf die biblische Geschichte des Irak als des Zweistromlands. Es sei tragisch, so Lackner, dass der Westen vom Irak nur ein Bild von Instabilität, Willkür und Terror habe. Der kulturelle, geschichtliche und religiöse Reichtum des Landes werde ausgeblendet. „Wir übersehen als Gesellschaft, dass der Irak seit den frühesten Tagen des Christentums altehrwürdige Heimat der Kirche ist“, so Erzbischof Lackner wörtlich und weiter: „Wir übersehen die unzähligen Opfer und Märtyrer der Christen in dieser Region. Diese Opferbereitschaft der Christen im Irak erfüllt uns mit großer Demut.“  DT/KAP

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