Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

Konflikt in Venezuela: Papst sagt Volk Unterstützung zu

Er leide darunter, was in Venezuela passiere, so Papst Franziskus. Gleichzeitig vermied es das Katholikenoberhaupt, für eine Seite Partei zu ergreifen. Dies wäre eine „pastorale Unvorsichtigkeit meinerseits“.
Franzisku zum Konflikt in Venezuela
Foto: Alessandra Tarantino (AP) | Er wünsche sich eine gerechte und friedliche Lösung der Krise, so Papst Franziskus. Das Blutvergießen mache ihm jedoch Angst.

Papst Franziskus hat den Bürgern Venezuelas seine Unterstützung zugesagt. Während der „Fliegenden Pressekonferenz“ auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Panama erklärte Franziskus zum Konflikt in dem südamerikanischen Land: „Ich unterstütze in diesem Moment das gesamte venezolanische Volk – es ist ein Volk, das leidet.“ Alle Menschen litten, egal, auf welcher Seite sie stünden.

Franziskus: Habe lange darüber nachgedacht, wie ich mich positionieren soll

Gleichzeitig vermied es der Papst, sich konkret auf die Seite einer der Konfliktparteien zu stellen. Damit würde er sich in eine Rolle begeben, die er nicht kenne. „Es wäre eine pastorale Unvorsichtigkeit meinerseits, und das würde Schaden anrichten.“ Er habe lange darüber nachgedacht, wie er sich zu den Massenprotesten äußern solle, die in Venezuela momentan gegen den amtierenden sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro stattfinden. „Und ich denke, damit habe ich meine Nähe zum Ausdruck gebracht, was ich empfinde.“

Franziskus erklärte weiter, dass er darunter leide, was gerade in Venezuela passiere. Er wünsche sich eine gerechte und friedliche Lösung der Krise. Das Blutvergießen mache ihm jedoch Angst. „Was das betrifft, bitte ich auch um Hilfe von denen, die dazu in der Lage sind und das Problem lösen können.“

Auch europäische Länder erhöhen Druck auf Maduro

Seit Tagen versammeln sich Gegner Maduros zu Massenkundgebungen auf den Straßen des Landes. Der Präsident des von Maduro entmachteten Parlaments, Juan Guaidó, erklärte sich bei einem der Demonstrationsmärsche zum Interim-Präsidenten. Einige Länder, darunter die USA und Australien, erkannten Guaidó als neuen Präsidenten an. In Europa ist man noch zurückhaltender. Jedoch erhöhten unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien am Wochenende den Druck auf Maduro. Wenn dieser nicht innerhalb einer Woche frei und faire Wahlen ausrufe, wolle man Guaidó als legitimen Interimspräsidenten anerkennen.

Die katholische Bischofskonferenz des südamerikanischen Landes rief zu friedlichen Demonstrationen gegen Maduro auf. Bereits Mitte Januar hatten sie die Vereidigung des Nachfolgers des ehemaligen Staatschefs Hugo Chavez als „illegitim“ bezeichnet. Maduro hatte im Mai vergangenen Jahres die Präsidentschaftswahlen gewonnen, die der Opposition und internationalen Beobachtern zufolge jedoch manipuliert waren.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Bischofskonferenz Hugo Chávez Juan Guaidó Krisen Nicolás Maduro Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

María Corina Machado erhält den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für Demokratie und Menschenrechte. Die praktizierende Katholikin sagt: „Lasst uns vertrauen, Gott ist mit uns.“
10.10.2025, 13 Uhr
José García
Nicoás Maduro will nicht einsehen, dass er die Präsidentschaftswahlen verloren hat und hält sich nur noch mit Gewalt an der Macht.
07.08.2024, 16 Uhr
José García

Kirche

Der Papst sieht den Moment gekommen, die Künstliche Intelligenz zu „entwaffnen“. Eigentlich geht es in „Magnifica humanitas“ aber eher um das „technokratische Paradigma“.
27.05.2026, 17 Uhr
Guido Horst
Auch die Entwickler selbst fürchten, dass sich eine Superintelligenz einmal gegen den Menschen richten könnte: Die KI-Enzyklika Papst Leos geht auf reale Sorgen ein.
27.05.2026, 19 Uhr
Guido Horst
Kommt die Seligsprechung? Wie Erzbischof Georg Gänswein bestätigt, sammelt das Dikasterium für die Heiligsprechung Schreiben aus aller Welt, die Gebetserhörungen dokumentieren.
27.05.2026, 14 Uhr
Regina Einig
Trotz Warnungen aus Rom: Die FSSPX gibt die Namen der Kandidaten für die geplanten Bischofsweihen bekannt. Auch dem Papst sollen sie bereits vorgestellt worden sein.
27.05.2026, 11 Uhr
Meldung
Neuer Teilnehmerrekord, Durchschnittsalter bei 21 und die Abschlussmesse mit Kardinal Burke: Chartres versammelte wieder Zehntausende. Was sagt das über die junge Generation?
27.05.2026, 10 Uhr
Elisabeth Hüffer