Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um „5 vor 12“

Bereit zum Martyrium?

Der Staat bringt christliche Konvertiten durch Abschiebung in Lebensgefahr.
Abschiebung: Polizeibeamte begleiten einen Afghanen ins Flugzeug
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Iraner, Araber und Afghanen, die nach Europa flohen und hier zu Christus finden, riskieren ihr Leben, weil ignorante Asylbehörden und Richter die Tragweite der Konversion nicht abschätzen können.

Iraner, Araber und Afghanen, die nach Europa flohen und hier zu Christus finden, geraten doppelt in Gefahr: Sie riskieren Anfeindungen und gewaltsame Übergriffe seitens der wachsenden muslimischen Community an ihrem Aufenthaltsort. Und sie riskieren ihr Leben, weil ignorante Asylbehörden und Richter die Tragweite der Konversion nicht abschätzen können – und sie in ihre Herkunftsländer abschieben.

Im Dezember konnte in Österreich die Abschiebung des evangelischen Christen Hossein K. nach Afghanistan nur durch öffentlichen Druck abgewendet werden. Jetzt appelliert die Diözese Eisenstadt an die politisch Verantwortlichen, den gut integrierten und zum katholischen Glauben konvertierten Asylbewerber Elias Shir Hasan Z. nicht nach Afghanistan abzuschieben. Selbst wenn politisch Verantwortliche oder eine alarmierte Öffentlichkeit in Einzelfällen den Weg ins Martyrium stoppen: Wo bleibt der Rechtsstaat?

Der „Abfall vom Islam“ ist in vielen Ländern tödlich 

Die Kirchen sind in Österreich und Deutschland keine privaten Vereine, sondern anerkannte Kooperationspartner des Staates: Wenn die katholische oder die evangelische Kirche bestätigen, dass ein früherer Muslim nach profunder Vorbereitung die Taufe empfing, hat der Staat das zu akzeptieren. Dass Beamte oder Richter dann Glaubensprüfungen veranstalten, häufig mithilfe von muslimischen Dolmetschern, ist grotesk. Eine Bestätigung der Kirche muss genügen, um einen Konvertiten als solchen anzuerkennen.

Lesen Sie auch:

Den Rest an Information können Asylbehörden beim Außenministerium abfragen: Dort ist bekannt, dass der „Abfall vom Islam“ in vielen muslimischen Ländern tödlich ist – rechtlich wie gesellschaftlich. Frühere Muslime, die zu Christus gefunden haben, werden also in den Tod, ja ins Martyrium geschickt. Was für ein absurdes Signal an die nach Europa kommenden Muslime!

DT

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Stephan Baier Christen Diözese Eisenstadt Evangelische Kirche Jesus Christus Katholizismus Konvertiten Muslime

Weitere Artikel

Der 11. September 2001 rückte ins Bewusstsein, dass Religionen sich missbrauchen lassen, aber auch einen Dienst am Frieden leisten können.
10.09.2026, 19 Uhr
Felix Körner SJ

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig