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Kirche fürchtet „militärische Übernahme der Ukraine“

Großerzbischof Schewtschuk sieht die höchste Stufe der Eskalation zwischen Russland und dem Westen erreicht.
Ukraine-Konflikt - Russisch-Belarussische Militärübung
Foto: -- (Russian Defense Ministry Press Service/AP) | Auf diesem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichten Videostandbild feuern mehrere Raketenwerfer während der gemeinsamen Militärübungen von Belarus und Russland auf dem Schießplatz ...

„Wir stehen am Rand einer militärischen Übernahme der Ukraine“, fürchtet das Oberhaupt der mit Rom unierten katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus, Großerzbischof Swjatoslav Schewtschuk. Jetzt sei die höchste Eskalationsstufe zwischen Russland und dem Westen erreicht. Dabei sei die Ukraine nur Teil eines größeren Bildes, sagte der in Kiew residierende Großerzbischof im Rahmen einer Zoom-Pressekonferenz des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ am Freitag.

Priester in besetzten Gebieten sind Helden

„Das Ziel Russlands ist es, die ukrainische Demokratie zu zerstören, und den Traum der Ukrainer, Teil der Europäischen Union zu werden“, so das Oberhaupt der Griechisch-Katholischen Kirche der Ukraine. Den Kirchen kommt nach seiner Ansicht in diesen Tagen eine große Verantwortung zu. Großerzbischof Schewtschuk betonte in der internationalen Pressekonferenz die Wichtigkeit des Zusammenhalts der christlichen Konfessionen: Die unterschiedlichen Kirchen würden ein klares „Nein“ zu Gewalt und Krieg sagen.

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Vor allem im südöstlichen Teil der Ukraine, wo russische Truppen und die sogenannten Separatisten seit 2014 ukrainisches Territorium besetzt halten, herrscht nach Angaben der Katholische Kirche viel Armut. In dieser Region gebe es neun Pfarreien, die zu „Zentren des Sozialdienstes“ wurden. Diese Pfarreien verteilten Essen sowie Kleidung und kümmerten sich seelsorglich um die Menschen. Die Priester dort lebten unter dem allgemeinen Lebensstandard. „Die Priester in den besetzten Gebieten sind die Helden unserer Zeit“, sagte Großerzbischof Schewtschuk.

Auch der Apostolische Nuntius in Kiew, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, betonte in der Pressekonferenz, dass Christen zwar keine Pazifisten seien, aber den Krieg nicht propagieren dürften. Die ukrainische Regierung sei Papst Franziskus sehr dankbar, dass er in der Vorwoche zum Friedengebet für die Ukraine aufrief. Obwohl die Mehrheit der Christen im Land orthodox ist, sei Papst Franziskus „die wichtigste weltweite Autorität“ für die Ukrainer. Trotz aller Unterschiede seien die Christen in der Ukraine vereint und stünden zusammen. Es sei ein von Russland verbreiteter Mythos, dass der Konflikt zwischen den Ländern ein „religiöser Krieg“ sei.  DT/esu

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