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Käßmann: Glaube von Flüchtlingen kann man nicht testen

Staatliche Stelle können nicht den "Glauben von Menschen testen", so die evangelische Theologin Margot Käßmann.
Margot Käßmann
Foto: A3609/_Daniel Karmann (dpa) | Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann.

Wie soll der Staat umgehen mit Menschen, die wegen einer Konversion zum Christentum verfolgt werden? Der ehemalige Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, setzt sich dafür ein, dass der Glaube in Gesprächen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht mehr geprüft, sondern dass das Taufzeugnis anerkannt  wird.

Mit "fast absurden" Fragen traktiert

In diesem Zusammenhang warnt die Theologin und frühere Bischöfin Margot Käßmann davor, Flüchtlinge, die zum Christentum konvertiert sind, pauschal zu verdächtigen. Immer wieder würden Menschen etwa von den Behörden mit "fast absurden" Fragen traktiert. Doch eine staatliche Stelle könne nicht den "Glauben von Menschen testen", so Käßmann in einem Beitrag in der August-Ausgabe der Zeitschrift "Mitten im Leben" (Herder Verlag). Vielmehr sollten wir uns freuen, wenn sich Menschen bei uns beheimaten und integrieren, erst recht wenn sie den Weg zum Christentum fänden.

Christliches Abendland – nicht ohne Migration

Käßmann lobte zudem die deutsche "Willkommenskultur" und würdigte die Haltung der Kirchen in der Flüchtlingsfrage. Mit einer ausländerfeindlichen Rhetorik das christliche Abendland retten zu wollen, sei schlicht ahistorisch, so die Autorin, denn "ohne Migration gäbe es kein christliches Abendland".

DT (jobo)

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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